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Mineralerde zur sog. Dammerde verbindet. Außer Waldabfällen
bildet den Humus noch die absterbende Bodendecke von Unkräutern,
Gras, Flechten, Moosen und verwesenden Thierüberresten.
Der Humus hat eine doppelte Bedeutung: in physikalischer“)
Hinsicht lockert er den Boden, wärmt denselben als schlechter Wärmeleiter
und hält ihn frisch und fruchtbar, indem er Feuchtigkeit und
nützliche Gase ansammelt; in chemischer Beziehung bildet er die gasförmigen
Zersetzungsprodukte (Kohlensäure, Ammoniak 2c.) und schafft
dadurch den Pflanzen die wichtigen Nahrungsmittel. Der Humus
macht also den Boden locker, warm. frisch und nahrhaft. Er
mildert den strengen Boden, bindet den losen Boden, er schützt gleichzeitig
gegen Frost und Hitze (vergl. § 95a).
Wird der Humus durch plötzliche Freistellung der Sonne freigegeben,
so erhält er zuweilen eine pulverig staubige Beschaffenheit, die
sog. Stauberde, welche zwar viele Nährstoffe enthält, aber in ungelöstem,
daher nicht verwerthbarem Zustande; ebenso ungünstig ist der
Taub= oder Hagerhumus, ein trockenes, kraft= und bindungsloses
Fasergebilde, besonders von Moos und Angergras, welches Luft und
Feuchtigkeit abhält. Der gewöhnliche Humusboden überlagert den
Mineralboden gewöhnlich in einer Mächtigkeit von 3—10 em, wonach
die Bezeichnungen „etwas — ziemlich — sehr — äußerst humusreich"
oder „humusarm“ zu wählen sind. Je humusreicher der Boden im
Allgemeinen ist, desto fruchtbarer ist er; ein Uebermaaß macht jedoch
den Boden naß, schwammig, kalt und sauer, wie z. B. im Torf= und
Moorboden.
Phyfikalische Eigenschaften des Bodens.
l 94.
Die unendlich verschiedenartige Zusammensetzung des Bodens bringt
natürlich sehr verschiedene Bodenwirkungen hervor; außerdem wirken
noch auf den Boden seine physikalischen Eigenschaften ein, von denen
als die bedeutendsten folgende vier hervorzuheben sind: 1. Boden-*)
Unter physikalischem Verhalten versteht man das Verhalten der Körper
in Bezug auf ihre Formveränderung durch physikalische Kräfte, wie Wärme,
Feuchtigkeit, Licht, Elektricität, Festigkeit, Schwere rc.; unter chemischem Verhalten
ihr Verhältniß zu vollständiger Umwandlung in ganz neue Körper durch
chemische Kräfte, z. B. chemische Verwandtschaft, Säuren, Salze 2c.