Full text : Leitfaden für das Preußische Jäger- und Förster-Examen.

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1,50  m  anzunehmen  ist.  Im  Allgemeinen  ist  jeder  tiefgründige  Boden
dem  Wachsthum  günstig.
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2.  Wodenfeuchtigkeit  und  Nodenwärme.

Sie  sind  von  der  allergrößten  Wichtigkeit  für  den  Pflanzenwuchs,
da  ohne  sie  keine  Pflanze  keimen,  wachsen  und  gedeihen  kann.  Die
Feuchtigkeit  ist  nicht  nur  selbst  Nahrungsstoff,  sondern  dient  auch  zum
Ersatz  der  großen  Wassermengen,  welche  die  Pflanzen  ununterbrochen
verdunsten  (durch  die  Blätter),  löst  die  Nährstoffe  auf  und  führt  sie  den
Wurzeln  zu,  sie  regulirt  die  Bodentemperatur  wie  die  Zusammensetzung
desselben,  indem  sie  strengen  Boden  mildert,  zu  losen  Boden  bindet.

Je  nach  der  Feuchtigkeit  unterscheidet  man:
ltdürren  Boden  (er  zerstäubt  beim  Zerreiben),

b.  trocknen  Boden  (zeigt  noch  geringe  Bindigkeit  beim  Zerreiben),
frischen  Boden  (hinterläßt  Feuchtigkeit  in  der  Hand),

d.  feuchten  Boden  (tropft  von  selbst  aus  der  Hand).

nassen  Boden  (tropft  beim  Zerdrücken).

So  vortheilhaft  das  richtige  Maaß  von  Feuchtigkeit  ist,  so  schädlich
  wirkt  ein  Uebermaaß;  es  führt  zur  Versumpfung,  verursacht  Wurzelund
  Stammfäule,  versauert  und  erkältet  den  Boden,  befördert  das  Auffrieren
  und  erschwert  das  Keimen  und  Anwurzeln.

Stagnirende  Nässe  ist  fast  allen  Waldgewächsen  nachtheilig,  oft
tödtlich.  Sie  wird  herbeigeführt  durch  undurchlässigen  Untergrund,  der
hauptsächlich  durch  hochanstehenden  Gebirgsboden,  feste  Thonschichten,
verkittete  Kieslager,  Ortstein,  Raseneisenstein  2c.  bei  mangelhaftem  Abfluß
  gebildet  wird.  Quellen  der  Bodenfeuchtigkeit  sind  die  Niederschläge
(Regen,  Thau,  Nebel)  und  die  Grundfeuchtigkeit;  letztere  wirkt  durch
ihre  Verdunstung  wohlthätig.  Das  Vermögen,  Wasser  in  sich  aufzunehmen
  und  zu  halten,  hängt,  wie  schon  oben  erwähnt,  von  der  Zusammensetzung
  des  Bodens  ab.

Mit  der  Feuchtigkeit  des  Bodens  hängt  auch  seine  Wärme  auf
das  Innigste  zusammen.  Je  feuchter  ein  Boden  ist,  desto  kälter  ist  er,
weil  einmal  das  Wasser  ein  schlechter  Wärmeleiter  ist,  besonders  aber,
weil  das  Wasser  durch  seine  Verdunstung  dem  Boden  viel  Wärme  entzieht
  (vergl.  §  107).  Aus  demselben  Grunde  ist  ein  trockner  Boden
warm.  Also  nasser  und  kalter  Boden,  trockner  und  warmer  thitziger)
Boden  sind  gleichbedeutend.  Thonboden  ist  gewöhnlich  kalt,  Sand-W



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