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mächtigkeit und Gründigkeit, 2. Bodenfeuchtigkeit, 3. Bodenbindigkeit,
4. Bodenneigung.
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1. Bodenmächtigbkeit.
Unter Bodenmächtigkeit oder Gründigkeit versteht man die Eigen-
schaft des Bodens, mittelst welcher sie die Gewächse nährt und festigt.
Man unterscheidet bei dem naturgemäß geschichteten Waldboden,
wie er sich unter dauerndem Schlusse gebildet hat, zwei Schichten:
a. die Nahrungsschicht, d. h. den eigentlichen Heerd der Er-
nährung,
b. darunter liegend den Untergrund.
a. Die Nahrungsschicht.
Bei dieser kann man im normalen Zustande wieder drei Schichten
deutlich unterscheiden: oben den Rohhumus, der allmählich zartfaserig
wird und in den älteren schon erdigen Verwesungshumus übergeht, in
der Mitte liegt das eigentliche Keimbett, ein feines, mit Humuslösung
geschwängertes graues oder schwarzes Erdgemenge, endlich zu unterst
der eigentliche Wurzelbehälter, in welchem die noch in Verwesung be-
griffenen Humustheile mehr fehlen, fast reine Erde (Feinerde), die sog.
„Dammerde"“. Diese 3 Schichten sind die hauptsächlichsten Ernährer
des Pflanzenlebens: ihre Tiefe oder Mächtigkeit hängt ab von der
Lage, vom Muttergestein und der Bewaldung.
b. Untergrund.
Der Untergrund besteht aus festem Fels, zertrümmertem Gestein
oder in der Ebene aus bindenden Thonschichten, aus Sand, Kies, Lehm,
Kalk, Ortstein rc.
Von der tieferen oder flacheren Lage des Untergrundes hängt die
sogenannte Gründigkeit des Bodens ab, welche man nach der Tiefe,
in welche die Baumwurzeln einzudringen vermögen, etwa als:
sehr flachgründig unter und bis 15 cm
flachgründig „ 30 „
mitteltiefgründig „ 60 „
tiefgründig „ 100 „
sehr tiefgründig über 1 Meter tief anzusprechen pflegt.
Die meisten Waldbäume begnügen sich mit einer Wurzeltiefe von
30—60 ecm, während als äußerstes Maaß wirksamer Bodentiefe