Full text : Leitfaden für das Preußische Jäger- und Förster-Examen.

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nachtheiligen  Einflüssen  der  Umpflanzung  zu  erholen,  ehe  die  Vegetationsperiode
  eintritt;  sie  wird  standfester.  Bei  Ballenpflanzen  hält
der  Ballen  besser  im  Herbst.

Gegen  die  Herbstpflanzung  spricht  die  Befürchtung,  daß  die
Pflanzen  die  Gefahren  des  Winters  nicht  überstehen  werden.  Größere
Pflanzen  leiden  von  den  Winterstürmen,  alle  Pflanzen,  die  von  besserem
Standort,  namentlich  aus  guten  Kämpen  auf  ärmeren  und  rauheren
Standort  verpflanzt  werden  müssen,  unterliegen  besonders  leicht  den  Gefahren
  von  Frost  und  Auffrieren,  Sturm  und  Nässe;  Wild  und  Mäuse
schaden  den  Herbstpflanzungen  mehr  als  den  Frühjahrspflanzungen,
kleine  Pflanzen  frieren  auf.

Im  Herbst  sind  gewöhnlich  Arbeitskräfte  schwerer  zu  haben.

Für  die  Frühjahrspflanzung  fallen  die  eben  aufgezählten  Gefahren
  fast  ganz  weg,  auch  sind  gewöhnlich  die  Arbeitskräfte  wohlfeiler
und  leichter  zu  beschaffen.  Deshalb  ist  die  Frühjahrspflanzung  beliebter,
und  wo  eine  oder  mehrere  der  oben  genannten  Gefahren  besonders
schädlich  werden,  muß  sie  Regel  sein.

Ist  jedoch,  wie  im  Gebirge,  der  Frühling  sehr  kurz  oder  sind  sehr
große  Flächen  zu  kultiviren,  so  macht  man  theils  Herbst-,  theils  Frühjahrspflanzung.
  Man  dehne  jedoch  bei  Laubhölzern  die  Pflanzung  ohne
Noth  nicht  ganz  bis  zum  Laubausbruch  aus,  am  besten  nur  bis  etwa
14  Tage  vor  demselben,  namentlich  nicht  auf  trockenem  Boden:  Nadelhölzer
  (ausgenommen  Lärche)  vertragen  die  Umpflanzung  noch  bis  zum
Treiben,  häufig  auch  noch,  wenn  sie  schon  getrieben  haben  (Kiefer),
neuere  Ansichten  ziehen  das  Pflanzen  von  schon  treibenden  Nadelholzpflanzen
  sogar  vor.

Empfehlenswerth  ist  jedenfalls,  wo  dies  irgend  angeht,  eine  Theilung
der  Kulturarbeit  in  der  Art,  daß  man  im  Herbst  die  Bodenarbeit,
im  Frühjahr  die  Saat=  und  Pflanzarbeit  vornimmt.

159.
Anfertigung  der  PsStanzlöcher.

Auf  vielen  Standorten  ist  es  möglich,  die  Pflanzlöcher  bereits  im
Herbst  vorher  zu  machen  und  man  sollte  dies  stets  thun,  wenn  nicht
örtliche  Bedenken  es  verbieten,  da  die  ausgehobene  und  im  Loche  befindliche
  Erde  durch  Ueberwintern  viel  fruchtbarer  wird.  Solche  Bedenken
  sind:  Zu  lockerer  Boden  (z.  B.  Sand),  der  fortgeführt  wird