Metadata : Lesebuch für Landwirtschaftliche Winterschulen und ähnliche Anstalten im Königreich Bayern.

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Stallung.  Darüber  erhebt  sich  von  Fachwerk  das  Wohngelaß,  zu  dessen
Flur  eine  steinerne  Freitreppe  führt.  Das  mächtig  erhöhte  Dach  ragt
an  der  Langseite  etwas  vor.  Eine  vorspringende  Wetterschräge  zieht
sich  über  die  Fenster,  bäufig  auch  längs  der  ganzen  Vorderseite  des
Hauses  hin.  Die  Einrichtung  ist  einfach  und  formlos.  Besser  ist  es
im  Saalgrund  und  im  Grabfeld.  Hier  trifft  man  ab  und  zu  eine  Täfelung  im
Wohngelaß,  zierliches  Geräte  und  geschnitzte  Stühle  mit  bunter  Malerei.

Die  Hütten  der  Dörfer  im  Hochspessart  sind  vorwiegend  klein
und  unansehnlich.  Die  aus  Lehm-  und  Luftziegeln  erbauten  niederen.
Behausungen  decken  schwarzgraue  Schindeldächer.

Eine  besondere  Erwähnung  verdient  noch  der  Südostwinkel  der
Spessarter  Mainbucht,  die  Hochplatte  zwischen  dem  Flut  und  der
Haslach.  Hier  wohnt  ein  stilles,  ernstes,  nüchternes  Völklein.  Das
Bauernhaus  zeigt  das  Gepräge  der  Ordnung  und  Reinlichkeit  und  ist
im  Innern  wohnlich  und  sauber,  dabei  in  vollstem  Maße  einfach  und
anspruchslos,  das  Hausgeräte  trotz  aller  Wohlhabenheit  auf  das  Notwendigste
  beschränkt.  Nach  Wenz.

46.  Ver  Schlosser  und  sein  Gezfell.
(Nürnberger  Mundart.)

1.  A  Schlosser  haut  an  G'sell'n  g'hat,  2.  Oizy)  haut  amalder  Master  g'sagt:

der  haut  fu  longsam  g'feilt,  „G'sell,  dös  versteih  ih  niht;

und  wenn  er  z'’  Mittag  geeff'n  haut,  es  ist  doch  su  mein  Lebta  g'wöst,
dann  aber  haut  er  gFeeilt.  und  wall  )  ih  denk',  die  Ried#):
Der  Eierst':!  in  der  Schüssel  drin,  Su  wöi#)  mer  ärbet,  ißt  mer  ah;
der  Letzt'  ah  widder  draus.  ba  dir  geiht's  niht  a  su,  "
Es  ist  ka  Mensch  su  fleißi  g'wöst  su  longsam  haut  noh  kaner  g  feilt
ban?)  Tisch  im  ganz'n  Haus.  und  ißt  su  g'schwind  wöi  du!“

 

3.  Ja,  sagt  der  G'sell:  „Dös  waß  ih  scho;

haut  all's  sein  gout'n  Grund;

das  Essen  wörd  halt  goar  niht  lang,

die  Arbet  verzi7)  Stund.

Wenn  aner  möißts)  an  ganzen  Tog

in  an  Stück  esf'’n  fort,

täts  af  die  letzt  su  longsam  göih,

als  wöi  ban  Feiln  dort.“  Jakob  Konrad  Grübel.

47.  Das  obere  Maoaintal.

Der  Main  ist  der  echte  fränkische  Fluß,  weil  er  von  seinem  Ursprung
an  bis  fast  zu  seiner  Mündung  in  den  Rhein  das  gesegnete,  fruchtbare
Franken  durchzieht.  Wie  ein  fröhlicher  Knabe  liebt  der  Main  lustige  Abwechslungen;
  er  durchfließt  in  zahllosen  Krümmungen  das  Bamberger
und  Würzburger  Land  bis  zum  Spessart,  um  den  er  sich  zwischen  Wertheim
und  Aschaffenburg  herumschlingt.

1)  Erste.  5  beim.  ))  jetzt.  )  weil  =  so  lang.  5)  Rede.  5  wie.  '  vierzehn.  ")  müßt.