Volltext : Lesebuch für Landwirtschaftliche Winterschulen und ähnliche Anstalten im Königreich Bayern.

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glatt  anliegende  Tafel  höchstens  mit  dem  gemalten  —  mehr  mit  dem  geschriebenen
  Wahrzeichen  oder  bloß  mit  dem  Namen  des  „Gasthofbesitzers“
oder  des  Wirtes.  Selbst  das  einfache  Schenkhaus,  die  „Hecken=  und  Schoppenwirtschaft“,
  modernisiert  sich;  seltener  werden  die  Hecken  und  Sträuße;
der  alte  Spruch  aber  zur  Einladung  des  Gastes,  mitunter  launig  und  schalkhaft,
  ist  da  und  dort  noch  geblieben.  Ludwig  Schandein.

49.  /  Klümche“
((Pfälzische  Mundart.)

 

I.  Bin  9'sesse'  im  e'  grüne  Feld  S6.  Er  schnuft  dara'  un'  grabelt  dral'
un'’hab'  e'  Blum  betracht't;  voll  Hunger  un'  voll  Gier

die  hot  der  liebe  Gott  gar  schö'  un'  wühlt  die  Blätter  schier  kaput,
un  farbereich  gemacht.  deß  übermüt'ge  Tier.

2.  O  Blümche',  hab'  ich  mer  gedenkt,  6.  Un'wieer  wech  is  kummtee'  Bien'
o,  wie  beneid'  ich  dich;  mit  wüschte,  geele  Füß',

du  blühscht  so  hübsch  un'“  ruhig  do;  die  hockt  mit  Summse  druf  un'freßt
wie  anners  find'  ich  mich.  un'’  freßt  de'  Honig  süß.

3.  Dir  will  mernix,  dich  qguältmer  nit;  7.  Un'  nocher  kommt  e'  Käffer  her,
du  guckst  de'  Himmel  a'  der  war  so  schwer  un'  dumm,

un  zählscht  in  deinem  stille'  GlückF  un'  druckt  un'  biegt  deß  Blümche'  do
die  Silberwölkcher  dra'.  bis  uf  de'  Bodden  um.

4.  Un  wieich  deß  so  denk',  so  kummt  8.  Un'  drüber  fangt's  zu  dunnre'a
e  Papilion  ih  doher;  un'  endlich  hagelt's  gar

er  tut,  als  wann  deß  zarte  Ding  uf  mich  un'  Blum  un'  Büsch  un'  Bääm,
for  ihn  gewachfe'  wär..  daß's  zum  d'erbarme'  war.

9.  Die  Gränk',  so  kann  dann  gar  nigx  sei',

in  Ruh'  un'  ohne  Plooch;

warum  jetzt  des  nit  anners  is,

denk'  lang  schon  drüber  nooch.  Franz  v.  Kobell.

50.  Bayerns  Erzeugnisse.

Bayern  ist  hauptsächlich  wegen  der  Mannigfaltigkeit  und  des  Reichtums
  seiner  Naturprodukte  eines  der  gesegnetsten  Länder  Deutschlands.
Von  der  Natur  schon  ist  es  vorzugsweise  auf  die  landwirtschaftlichen  Erwwerizweige
  hingewiesen,  mit  denen  sich  zwei  Fünftel  der  Bevölkerung

Das  Pflanzenreich  liefert  in  den  Wäldern  und  in  dem  reichen
Ertrag  des  landwirtschaftlich  benutzten  Bodens  zwei  Hauptquellen  des
Reichtums  des  Landes.  Die  größte  zusammenhängende  Waldmasse  bildet
das  bayerische  Hochgebirge  von  der  Iller  bis  zur  Salzach  sowie  der  Böh-Mischbayerische
  Wald  an  der  Ostgrenze  Bayerns.  Hieran  reihen  sich  der

1)  Schmetterling.