Der militärische Verlauf des Krieges: Osten Sommer 1915
Fort 5 wurde von den Russen selbst zerstört. Am
Morgen des 2. September war die südwestliche Fortlinie,
bald darauf auch die innere Verteidigungslinie
im Sturm benommen, am Nachmittag der Stadtteil
am linken Ufer des Njemen erreicht. Der Übergang
in Pontons über den Fluß gelang ohne Hinderung
durch den Feind; aber am 3. morgens führten die
Russen zur Verteidigung des Bahnhofs einen wütenden
Gegenangriff aus, der 7l blutigem Handgemenge
in den Straßen ausartete. "o einem durch Artillerie
unterstützten, konzentrischen Angriff gelang die Eroberung
des Bahnhofs, und nachdem gegen Abend
auch die Nordforts keinen Widerstand mehr leisten
konnten, war Grodno am 3. September endgültig bezwungen.
Die Einnahme von Hre#st Litowski.
Waren die Festungen im Zentrum und an dem
Nordflügel der Gesamtfront mit der einzigen Ausnahme
von Grodno während des
der Verbündeten befand. Hiermit war die ganze
innere Verteidigungslinie der russischen Front gefallen,
ein großes "#e- erreicht.
Mit sehr bedeutenden Verlusten hatte der Feind
die Deckung seines Rückzuges, die Bergung der letzten
Reste seiner Artillerie erkaufen mülssen. hersew-1400000
Mann, so meldete der deutsche Generalstad,
hatte er dem Offensivstoß nach und nach entgegengestellt,
davon wurden rund 1100000 Manngefangen,
und 300000 schieden durch Tod oder Verwundung
aus. Die ganze hier eingesetzte russische Truppenmacht
war also als vernichtet zu betrachten, und die
zu neuem Widerstand herangeführten Kräftebestanden
teils aus gegen die Türkei bereitgestellten Divisionen.
teils aus wenig ausgebildeten, schnell an die Front
ezogenen Ersatzmannschaften. Und immer weiter
Hücbeten die nunmehr in zwei Teile zerrissenen russischen
Heere zurück, verfolgt und aufgerieben durch
die siegreichen Verbündeten.
August gefallen, so hatte unterdessen
auf dem Südflügel die Hreresgruppe
v. Mackensen, durch General v. Kövess
und Feldmarschalleutnant v. Arz unterstützt,
von Südwesten und Süden
her einen erfolgreichen Vormarsch annetreten.
um Pr Eroberung der Buginie
den Abschluß zu geben.
Aus der Richtung von Iwangorod
und nördlich von Lublin-Cholm waren
seit Anfang August die verbündeten
Heere im Anmarsch auf die Bugfestung
Brest Litowsk. Am 13. August
wurde die allgemeine Linie Radzyn-Dawidy-Wlodawa
in der Verfolgun
überschritten und am 14. der Vrsuchts
Widerstand des Feindes zwischen Slawatycze
und Miendzyrzecz gebrochen.
Gleichzeitig drangen deutsche u. österreichisch-ungar.
Truppen auch auf dem
Ostufer des Bug vor, wo der Feind am
15. Aug. östlich von Wlodawa zurückge-——
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worfen, am 17. über die Bahn Cholm-Brest
Litowsk ostwärts verfolgt, am
19. bis Piszcza zurllchgetrieben und hierdurch in die
Pripetniederung gedrängt wurde. Unterdessen schritt
der Angriff auf dem Weftufer energisch fort, und am
17. August gelang es von Biala und aus der Gegend
südöstlich von Janow her, die Russen in die Vorstellungen
der Festung zurückzuwerfen. Durch überwindung
des Pulwa-Abschnittes wurde sie in den nächsten
Tagen auch von Südwesten her bedroht, während
u gleicher Zeit der Angriff auch von Südosten her
aum gewann, wo österreichisch-ungarische Truppen
am 23. August die Höhen bei Kopytow erstürmten.
Am 25. entriß westgalizische, schlesische und nordmährische
Infanterie unter Führung des Feldmarschallkeutnants
v. Arz dem Feind das an der Südwestfront
gelegene Dorf Kobylany, durchstieß damit die äußere
erkeidigungslinie und nahm zwei Forts der Westfront
von Brest Litowsk in Besitz. Zur selben Zeit ertürmte
das brandenburgische 22. Reservekorps die
erke an der Nordwestfront und drang während der
Nacht in das Kernwerk ein. Der Feind sah seinen
Widerstand als nutzlos ein und gab die Festung preis,
die am Morgen des 26. August Sch bereits in Händen
— — — — —
1Bal auch die Karte Bo. I. S. 226/9.
Brest Litowfk.
Auf russischer Seite trat Anfang September eine
Anderung in der Heeresleitung ein, die mit einer
neuen Einteilung der Streitkräfte in drei große, durch
die erfolgreiche Offensive der Verbündeten vonein.
ander getrennte Gruppen verbunden war. Den gesamten
Oberbefehl übernahm der Zar, die nördliche,
gegen Hindenburgs Armeen operierende Gruppe
wurde von General Rußki, das Zentrum von General
Ewerth befehligt, am Styr und an der Strypa
führte General Iwanoff.
Die Verfolgung bis nach Pi####.
Nach der am 26. August erfolgten Einnahme von
Brest Litowsk verließ der größte Teil der deutschen
Bugstreitkräfte das polnische Gebiet und drang in
östlicher sowie nordöstlicher Richtung vor, wobei der
durch das Sumpfgebiet des Pripet sich erstreckende
feste Rücken der Pinsker Landzunge das hauptsächlichste
Operationsgebiet bildete, nicht ohne daß zu
ihren beiden Seiten auch in das sumpfige Gelände
hinabgestiegen werden mußte. Als erstes Ziel der
neu einsetzenden Verfolgung wurde am 27. August
1 Bol. die Karte Bd. I. B. 228/7.