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brauchen und was schädlich zu vermeiden. Das Ober-Collegium medicum
ist bereits beordert, eine dergleichen deutliche und ganz simple Vorschrist
zu entwerfen, die von den gemeinsten Leuten verstanden und begriffen
werden kann. Diese Vorschrift soll auch hierher geschickt werden, und
muß solche sodann durchgehends bekannt gemacht und von allen Kanzeln
abgelesen, überdem auch noch denen einfältigen Leuten durch die Geistlichen
auf dem Lande noch eigentlicher erklärt werden.
6. Mit den hiesigen Haiden ist es auch nicht in Ordnung. Solche
müssen in gehörige Schläge, nach der Art des Holzes eingetheilet werden,
und zwar das Eichenholz in Schlägen von 100, und das Kiefernholz in
Schlägen von 40 Jahren. Alsdann aber muß kein Baum anders geschlagen
werden, als in demjenigen Schlage, den die Ordnung trifft,
und wenn ein Schlag völlig ausgehauen worden, müssen die Stubben
gegen freie Ueberlassung derselben ausgerodet, gleich wieder besäet, und,
damit kein Vieh herein kommet, umgraben und umzäunt werden. Cs
kann dieses gleich in der Tuchel'schen Haide angefangen und dann damit
immer weiter continuirt werden.
7. Es muß auch mehr Ernst und Fleiß darauf gewandt werden,
um die Wölfe, derer in vorgedachter Haide noch sehr viele sind, besser
zu vertilgen und auszurotten, wozu man vorzüglich der Fangeisen sich
bedienen muß; und um den Endzweck darunter desto besser zu erreichen,
muß man auf die Mittel denken, die unzugängliche Brücher und SLöcher,
worin sich die Wölfe am mehrsten aufhalten, nach und nach auszutrocknen,
das Wasser durch Graben abzuziehen, und die Brücher dergestalt
zugänglich zu machen; als denn und wenn der Morast ausgetrocknet,
können die Brücher vollends urbar gemachet, und wo es
taisable, mit Familien besetzt werden.
8. Die Leute müssen auch zu Pflanzung mehrerer Obstbäume aufgemuntert
werden, denn das Obst ist eine sehr nützliche Sache, sowohl
zur eigenen Nahrung, als auch um Geld damit zu verdienen, wenn solches
frisch oder getrocknet auswärts nach Polen oder sonst wohin verkauft
wird. In den Gegenden an der Netze ist noch sehr wenig Obst, und
muß also dahin gesehen, und die Leute dazu angewöhnet werden, mehrere
Obstbäume zu pflanzen und zuzuiehen.
9. In Ansehung der 100,000 Thaler, die Ich künftiges Jahr
zu Verbesserung der Aemter und Vorwerksgebäude herzugeben gesonnen,
muß in dem deshalb anzufertigenden Verwendungs-Plan auf die allerschlechteste
Gebäude, besonders im Culmschen und an der Netze vorzüglich
reflectirt, und dabei die Reparatur zuerst vorgenommen, auf neue Gebäude
aber nicht gesehen werden, bevor nicht wegen der Grenze alles
regulirt und in gehörige Ordnung gebracht ist. Und wenn
10. künftig Jahr zum Retablissement der Städte wieder Gelder
erfolgen, so soll im Plan eine zu Culm zu erbauende evangelische Kirche,
die etwa 6000 Thlr. kosten wird, mit angesetzet werden. Ich werde
auch mit der Zeit noch mehr evangelische Kirchen erbauen lassen,