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bandes durch Eisendrahtbügel, wodurch ein bequenies
Versorgen der Wunden ermöglicht wird. Dabei wirkt
die absolute Ruhigstellung der gebrochenen Glieder
durch den Gipsverband zur Bekämpfung der Infektion
und der Verhütung ihrer weiteren Ausdehnung
schon ungemein segensreich. In gleicher Weise ist
dies der Gan bei den Gelenken, die der Gefahr einer
Infektion, auch wenn das Gelenk nicht selbst getroffen
ist, sehr augese t sind. Denn durch einen den Knochenschaft
in der Nähe eines Gelenkes treffenden Schuß
werden Spalten bis in die Gelenkhöhle hinein gebildet,
von denen aus die Infektionskeime von der Wunde
in das Gelenk eindringen. Derartige Gelenkinfektionen
und Eiterungen gind durchweg als schwer anusehen
und erfordern strengchirurgische Behandlung.
er Ausgang ist recht häusig wenig erfreulich, da es
meist zu Versteifungen der Gelenke kommt, falls nicht
weitergehende Operationen, Ausschneidung des Gelenkes
oder auch Amputationen, notwendig werden.
Eine oft recht mühsame, viel Zeit in Anspruch nehmende
und den besten Willen des Verletzten zur tätien
Mithilfe erfordernde Behandlung gebührt den
Folgen derartiger Knochenverletzungen. Gnfolge der
unbedingten Ruhelagerung der verletzten Gliedmaßen
tritt ein oft hochgradiger Schwund der Muskeln ein;
die in den Verband eingegipsten Gelenke zeigen eine
mehr oder minder große Steifigkeit, und ihre Funktionsherstellung
ist vielfach äußerst schmerzhaft, weswegen
die Gelenke von den Kranken oft über Gebühr
und zum Schaden der Gebrauchsfähtgten geschont
werden. In der Beseitigung dieser Nachfolgen hat
sich die Verbindung der modernen Chirurgie und
der Orthopädie be. der mechanischen Chirurgie mit
glänzendem Erfolge bewährt. Die in Friedenszeiten
Pemachten Erfahrungen, dievielfachen Verbesserungen
in der Behandlung der Extremitätenverletzungen
kommen jetzt den Kriegsverletzten zugute. Die unblutigen
mechanischen Behandlungsmethoden besiehen
besonders in der Anwendung von verschiedenen Verbänden,
Apparaten und der sogenannten funktionellen
Therapie. Als wichtige Hilfsmittel dieser modernen
unblutigen (mechanischen) Chirurgie dienen die mannigfachen
Arten der Mechamotherapie (der logenann.
ten Heilgymnastik), Massage, Bäder und Elektrizität.
Besondere, mit solchen Apparaten ausgestattete Säle
sind in den großen Reservelazaretten und Krankenhäusern
oder speziellen Zanderinstituten —sobenannt
nach dem Schweden Zander, der sich um den Ausbau
und die Einführung der Apparate äußerst verdient
gemacht hat — eingerichtet. Da jedoch diese passiven
Bewegungsübungen nicht ausreichen würden, müssen
sie durch aktives Mitarbeiten der Verwundeten, am
zweckmäßigsten in ihren Berufen, soweit dies angängig
ist, unterstützt werden, sei es nun, daß die Verwundeten
zur Gartenarbeit oder in den bei vielen Lazaretten
eingerichteten Werkstätten mit herangezogen werden.
Sind infolge der ausgedehnten Fertkmmerum
der Knochen, bei der jede weitere schonende Behandlung
aussichtslos erscheint und zudem die in der Regel
damit verbundene starke Eiterung die Kräfte des Herzens
immer mehr schwächt, Amputationen der Gliedmaßen
notwendig gewesen, so erfolgt deren Ersatz
durch künstliche Glieder, in deren Herstellung es die
moderne Technik zu hervorragenden Leistungen gebracht
hat. Oftmals ist ein solches künstliches Glied
für die Arbeitsfähigkeit von weitaus größerem Wert
als das erhalten gebliebene, aber verkrüppelte und dadurch
unbrauchbare natürliche.
III. Technik und Kriegführung
Bei den Verletzungen der Nerven und Gefäße hat
die im Frieden bereits ausgebildetechirurgische Technik
der Naht dieser Gebilde nun ebenfalls reiche Früchte
getragen. Das ist von besonderer Wichtigkeit, da nach
urchschüssen der Nerven die von diesen versorgten
Teile gelähmt sind, weil die Nervenleitung zu ihnen
unterbrochenist. Durch Wiedervereinigung der Nervenstümpfe
mittels der Naht und durch eine, allerdings
viel Geduld erfordernde, elektrische Nachbehandlung
können diese Lähmungen mitunter gänzlich behoben
werden. Die gleiche Wichtigkeit kommt auch der Gefäßnaht
zu, wenn man bedenkt. daß durch das Aufhören
der Blutzufuhr, wie es die einfache Unterbindung der
Gefäße zur Folge hat, die abhängigen Teile der Ernährung
beraubt und dadurch brandig werden können.
Fis. 4—17. Dumdumgeschofse.
Verwundungen, die zum ersten Male in diesem
Kriege beobachtet wurden, sind durch die Fliegerpfeile
(Tafel II, Fig. 8) bedingt. Beim Herabfallen
aus großer Höhe haben sie eine enorme Durchschlagskraft
und (in allerdings nur wenig zahlreichen Fällen)
recht schwere Verletzungen hervorgerufen.
Besonders grauenhafte Verwundungenverursachen
die von den Engländern in Gebrauch genommenen
Dumdungeschosse (Textfig. 4—17), deren Anwendung
im Kriege jeder Völkerrechtsregel ins Gesicht
schlägt. Durch beim Auftreffen explosionsartige
Wirkung des Geschosses, das auf die mannigfachste
Art seines harten Mantels beraubt ist und dadurch den
weichen Bleikern zum Herausschleudern bringt, werden
die zum Teil entsetzlichen Zerreißungen (Tafel II.
Fig. 9) im Körper verursacht. Die Franzosen sind in
dieser Hinsicht die geichrigen Schüler ihrer ahumanen:
Verbündeten, und auch in der russischen Armee sind
Hohlgeschosse aus Blei ohne Mantel im Gebrauch,
die den Dumdumverletzungen ähnliche Wunden verursachen.
Es können jedoch auch Vollmantelgeschosse,
wenn sie aus der Nähe oder als Querschläger oder
Mantelreißer auftreffen, Verwundungen hervorrufen,
wie sie die Dumdunnggeschosse erzeugen. Die Feststellung,
wesche Art von Geschossen verwendet worden
ist, lediglich nach dem Aussehen der Wunde, hat also
stets mit Vorsicht zu geschehen.