Berthold Karl Adolf von Deimling,
Kommandierender General des XV. Armee—
korps.
Wer kennt nicht die Geschichte der vierhundert braven
Pforzheimer Bürger, von denen erzählt wird, daß sie am 6. Mai
des Jahre 1622, als Markgraf Georg Friedrich von Baden—
Durlach im Gefecht gegen das Heer des Feldherrn Tilly kämpfte,
um ihren beliebten Markgrafen zu retten, den Heldentod bet
Wimpffen starben! Die Geschichte erzählt, daß an der Spitze
dieser vierhundert tapferen Männer Berthold Deimling, der
Bürgermeister von Pforzheim, gestanden haben soll. Ob nun
diese Erzählung wahr oder in das Reich der Legende zu ver—
weisen ist, soll hier nicht untersucht werden. Jedenfalls führt
unser bekannter General und Heerführer Berthold von Deim—
ling seinen Stamm noch weit über jenen tapferen Bürgermeister
Berthold Deimling hinaus und nennt ihn einen seiner Vorfahren.
Berthold von Deimling, dessen hervorragende militärische
Fähigkeiten während des letzten Jahrzehnts wiederholt in die
Erscheinung treten konnten, hat sich selbst erst den Adel erworben.
Sein Vater, ebenfalls Berthold Deimling, Kreisgerichtsrat in
Freiburg im Breisgau, vermählte sich mit Anna Stöcklern-Grünholzeck,
die am 31. März 1853 in Karlsruhe einem Knaben
Berthold Karl Adolf das Leben schenkte. Der junge Deimling
kam in Freiburg auf das Gymnasium, das er dort auch durchmachte,
um im Jahre 1871 als Einjäahrig-Freiwilliger in das
5. Badische Infanterieregiment Nr. 113 in Freiburg einzu-