Volltext : Deutsche Heerführer im Kriege 1914. Band 2. (2)

Berthold  Karl  Adolf  von  Deimling,

Kommandierender  General  des  XV.  Armee—
korps.

Wer  kennt  nicht  die  Geschichte  der  vierhundert  braven
Pforzheimer  Bürger,  von  denen  erzählt  wird,  daß  sie  am  6.  Mai
des  Jahre  1622,  als  Markgraf  Georg  Friedrich  von  Baden—
Durlach  im  Gefecht  gegen  das  Heer  des  Feldherrn  Tilly  kämpfte,
um  ihren  beliebten  Markgrafen  zu  retten,  den  Heldentod  bet
Wimpffen  starben!  Die  Geschichte  erzählt,  daß  an  der  Spitze
dieser  vierhundert  tapferen  Männer  Berthold  Deimling,  der
Bürgermeister  von  Pforzheim,  gestanden  haben  soll.  Ob  nun
diese  Erzählung  wahr  oder  in  das  Reich  der  Legende  zu  ver—
weisen  ist,  soll  hier  nicht  untersucht  werden.  Jedenfalls  führt
unser  bekannter  General  und  Heerführer  Berthold  von  Deim—
ling  seinen  Stamm  noch  weit  über  jenen  tapferen  Bürgermeister
Berthold  Deimling  hinaus  und  nennt  ihn  einen  seiner  Vorfahren.


Berthold  von  Deimling,  dessen  hervorragende  militärische
Fähigkeiten  während  des  letzten  Jahrzehnts  wiederholt  in  die
Erscheinung  treten  konnten,  hat  sich  selbst  erst  den  Adel  erworben.
Sein  Vater,  ebenfalls  Berthold  Deimling,  Kreisgerichtsrat  in
Freiburg  im  Breisgau,  vermählte  sich  mit  Anna  Stöcklern-Grünholzeck,
  die  am  31.  März  1853  in  Karlsruhe  einem  Knaben
Berthold  Karl  Adolf  das  Leben  schenkte.  Der  junge  Deimling
kam  in  Freiburg  auf  das  Gymnasium,  das  er  dort  auch  durchmachte,
  um  im  Jahre  1871  als  Einjäahrig-Freiwilliger  in  das
5.  Badische  Infanterieregiment  Nr.  113  in  Freiburg  einzu-