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fünfzehntausend Gulden nach dem jüngsten Finanzgesetz angeschwollen.
Das außerordentliche Budget nicht zu erwähnen.
Wie königlich der König die Wissenschaft gepflegt hat, das
ist schon erörtert worden. Aber er verfuhr nicht wie etwa ein
Bildhauer, der an den Gesichtszügen einer zu bildenden Statue
meißelt, während der übrige Körper ein Klotz ist. Er ahmte
vielmehr die Meisterin Natur nach, die bei der Erzeugung einer
Pflanze den Grund aller Theile mit einem Male vorbildet.
Darum arbeitete er mit allen Kräften an der Bildung des
Volkes. Der Landtag schreckte vor den Geldopfern nicht zurück.
Es ist ja doch nur weise Sparsamkeit, die Schulen reich zu
begaben. Kommt es nicht wieder an dem verminderten Aufwand
für Zuchthäuser herein?
Die höheren Bildungsanstalten wurden reicher dotirt, die
Reorganisirung der technischen Schulen in Angriff genommen, der
jämmerlich geartete Lehrplan der Gymnasien!) abgeändert, das
Volksschulwesen gesetzlich geregelt und verbessert. Allerdings bleibt
auf diesem wichtigsten Kulturfelde noch viel anzubauen.
Die Eutwicklung der Gabelsberg'schen Stenographie ist
wesentlich dem persönlichen Eingreifen des Königs zu verdanken.
Um ihrer Verbreitung eine sichere Grundlage zu geben, verordnete
er die Einführung des stenographischen Unterrichts an den
Lateinschulen, Gymnasien und technischen Lehranstalten. Er selbst
1) Der Verfasser dieser Schrift kann aus eigener Erfahrung sprechen.
Vor der Reformperiode wurde auf Cicero und Homer dressirt. Da war
es an einer gewissen Anstalt üblich zur Strafe ganze Seiten des Hesiod
zu memoriren. Da wurden ellenlange philologische Wortglaubereien andiktirt.
Aber nichts erfuhr man von dem Geiste, der in den klassischen Werken
weht. Wahrscheinlich, weil der Lehrende selbst sein Wehen nie verspürt hat.
Die deutsche Literatur ward durch Uebersetzungen lateinischer gereimter Kirchenhomnen
reprasentirt oder durch Memorirung versisizirter Machwerle von Poctastern,
deren Namen in der Litcraturgeschichte der Deutschen nur Raudbe—
merkungen sind. Es war just so, wie König Ludwig I. von Bayern klagt:
„Wic? (Aymnasien nennen die jeui##n Menschen die Stätte,
Wo die Jugend versint, wo der Lorper verdirbt?“
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