XI. Mathematik, Physik, Astronomie.
In dem Sammelwerke über die deutschen Universitäten, welches
anläßlich der Unterrichtsausstellung in Chicago vor nunmehr 10 Jahren
herausgegeben wurde, sind Mathematik, Physik und Astronomie, wie
billig, je von fachmännischer Seite bearbeitet, und Referent hatte also
nur den Bericht über die Mathematik übernommen; handelte cs
sich doch damals darum, für die einzelnen Disziplinen getrennt die
grundlegende Entwicklung von Beginn des verflossenen Jahrhunderts
an in ihren charakteristischen Zügen darzustellen. Die Berichterstattung,
welche jetzt für die Weltausstellung in St. Louis gewünscht
wird, hat es insofern leichter, als sie sich nur über den Zeitraum
eines Dezenniums zu erstrecken braucht und überall an die genannten,
für Chicago ausgearbeiteten Berichte anknüpfen kann. Überdies hat
sich die Aufgabe etwas verschoben, indem die Wechselbeziehungen
zwischen den verschiedenen Disziplinen mehr in den Vordergrund des
Interesses gretreten sind: man wünscht sich ein einheitliches Bild, oder
doch ein umfassendes Bild von der neben einander stattfindenden Entwicklung
der Nachbarwissenschaften zu machen. Erwägungen dieser
Art sind es gewesen, welche den Referenten bestimmten, dem Wunsche
der Redaktion entsprechend, dieses Mal außer Mathematik auch
Physik und Astronomie in den Bereich seiner Berichterstattung zu
ziehen. Die Physik möge dabei voranstehen, weil sie in dem verflossenen
Dezennium die glänzendste Neuentwicklung aufweist, und
die Mathematik, bei der es sich in dem in Betracht kommenden Zeitraume
mehr um Abklärung und neue Grundlegung handelt, möge den
Schluß machen.
I. Physik.
I. Die außerordentlichen Fortschritte, deren sich die Physik im
letzten Jahrzchnt erfreuen durfte, sind innere und äußere zugleich;
sowohl die theoretische Forschung als die praktische Geltung der
Wissenschaft hat eine ungeahnte Entwicklung genommen; in beiderlei
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