528 Die altemassisce Plerte. (Sept. 26.)
Fürsten Milan aus. In Montenegro ist der Fürst darüber auch
seinerseits sehr ungehalten.
26. September. Die Pforte hat sich bereit erklärt, die mit
dem 25. ds. Mts. zu Ende gegangenen Waffenruhe um 6 Tage zu
verlängern. Die serbische Regierung lehnt dies in einer Mittheilung
Ristic's an die Mächte ihrerseits ab und erklärt, sich nur auf einen
regelrechten Waffenstillstand einlassen zu können. Die Feindseligkeiten
beginnen daher mit diesem Tage wieder.
26. September. Lord Derby richtet an den brittischen Botschafter
in Constantinopel eine sehr energische Depesche bezüglich
Bulgariens und der strafwürdigen Lässigkeit der türkischen Regierung.
Lord Derby bedauert Angesichts des vollen Baring'schen Berichtes zu
finden, daß die in den vorläufigen Berichten rege gemachten Befürchtungen
über Verbrechen vom schlimmsten Chararter sich in ihrer vollsten Ausdehnung
bestätigt haben. Obschon, bemerkt er, einige der veröffentlichten Geschichten
sich als unrichtig erwiesen haben, so kann doch darüber kein Zweifel obwalten,
daß das Verfahren des Pascha, der den Befehl zur allgemeinen Bewaffnung
der Mohamedaner ertheilte, zur Ansammlung von Näuber= und
Mörderbanden führte, welche unter dem Vorwande, den Aufstand zu unterdrücken,
sich der „abscheulichsten Verbrechen schuldig machten, welche die
Seiten der Geschichie in diesen Jahrhundert befleckt haben.“ Der Minister
erklärt ferner, es sei von den Provinzialbehörden nicht nur die sträflichste
Unthätigkeit entwickelt, sondern auch wenig oder gar nichts gethan worden,
um Ersatz zu leisten. Nur etwa 20 der Morder von Männern, Weibern
und Kindern seien bestraft, keine ernstlichen Anstrengungen seien. gemacht
worden, den Leiden des Volkes Abhilfe zu leisten und für seine Sicherheit
in der Folge zu sorgen, und fort und fort noch seien in Folge der Ohnmacht
oder Fahrlässigkeit der Pforte Gewaltthätigkeiten zu beklagen. Es
wird im Weiteren der „gerechten Entrüstung“ gedacht, welche diese Vorgänge
in Großbritannien unb in der That in ganz Europa wach gerufen, und erklärt,
die Pforte könne sich unmöglich gegen die öffentliche Meinung in anderen
Ländern. gleichg gültig zeigen. Was die Unterzeichner des Pariser Vertrages
betrifft, so könnten dieselben nicht gegen die Leiden des Landvolkes in Bulgarien
unter solchen Ausbrüchen der Rachsucht und Grausamkeit kalt bleiben, und eine
der allernächsten Bedingungen für die Erledigung der schwebenden Fragen müsse
im reichlichen Ersatz und Garantien für die Sicherheit der Leidenden bestehen.
Allerdings bemerkt der Minister, der Autorität der Pforte scheine Trotz geboten
worden zu sein und der türkischen Regierung sei die Wahrheit vorent.
halten worden, denn unter keinen Umständen sei es anzunehmen, daß d
H vorbedachterweise Beamte befördert und iusgehre, habe, 7
mdlungen das türkische Reich mit Schmach und Schande bedeckt, allein
er spricht die r- darum doch nicht von der kha ch n frei. Und
damit dem Sultan die Ansichten der britischen Regierung dringend an's
Herz Lelezt werden, wird der Botschafter angewiesen, eine persönliche Audienz
vdom Sultan zu verlangen und. den Baring'schen Bericht im Wesentlichen
zu seiner Kenntniß zu bringen und ihm die Namen der hauptsächlich in
diesem Bericht angezeigten Beamten zu nennen. Sir Heury Elliot. wird
ferner angewiesen, Entschädigung und Gerechtigkeit zu forden, auf den so-