Die Vermählung. 117
war von Anfang an das Arbeitszimmer des Prinzen; das linke der beiden
Fenster (wenn man vor dem Kause steht) ist als „das historische Eck.
fenster“ später weltberühmt geworden.
Gleich am Tage des Einzugs sahen die hohen Neuvermählten die
ganze königliche Familie und alle fürstlichen Hochzeitsgäste als Frühstücksgäste
bei sich in dem neuen Heim. Das war die Einweihungsfeier des
Hauses. Dann aber siedelte das junge Paar nach Potsdam über, um
in dem Marmorpalais im Neuen Garten die Flitterwochen zu verleben
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Prinzessin Augusta von Preusßen (1829).
und eine Seitlang ganz allein sich anzugebören. Nur alte, bewährte
Freunde wurden hier empfangen, General von Natzmer natürlich gleich
in den ersten Tagen. Sie gewannen den allerfreundlichsten Eindruck. „Hrinz
wWilhelm“ — schrieb General von Brause — „ist glücklich und zufrieden,
die Hrinzeß sehr heiter und gefällt allen, die sie näher kennen lernen.“
Am Musenhofe zu Weimar aufgewachsen, voll des lebhaftesten
geistigen Interesses, alle Derhältnisse mit logischer Schärfe erfassend, stellte
die junge Hrinzessin eine ideale Ergänzung zu dem praktischen Ernste
dar, der den Grundzug des Wesens ihres Gemahls bildete.