Die Vermählung. 115
die Hrinzessin beherrscht; jetzt sah man das Glück ihr an, das bei dem
Anblick ihres Gemahls ihr jugendfrohes Herz erfüllte. Meisterhaft hielt
sie die Gratulationscour ab: einem jeden wußte sie „so Bübsches und
Dassendes“ zu sagen, daß alle von ihr entzückt waren.
Im Rittersaale fand darauf mit höchstem Hompe das bochzeitsmahl
statt. Unter dem Thronhimmel zwischen dem russischen Kaiserpaare saß
das hohe Brautpaar. Die Generalleutnants von Rauch und von Müßsff.
ling legten die Speisen vor, der Obermundschenk Graf Sgloffstein reichte
Kesuch des Prinzen Wilhelm und der Prinzessin Ruguste bei Gorthe.
den Wein. Den CTrinkspruch auf das neu vermählte Haar brachte der
König, der neben der Kaiserin von Rußland saß, aus. Unterdessen
hatten sich im Weißen Saale die Staatsminister versammelt: nach Auf.
hebung der Cesttafel begann der feierliche Fackeltanz. Voran schritt mit
dem großen Marschallsstabe der GOberhofmarschall Graf von der Goltz
ihm folgten, mit weißen Wachsfackeln in den Ränden, paarweis die
Staatsminister. Hinter diesen schritten die Neuvermählten. So machten
sie miteinander einen Umgang durch den Saal. Dann tanzte die rinzessin
mit dem Kaiser von Rußland, darauf mit dem Mönige. endlich nach