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Gegenden hat die Grafschaft Mark. Da ist ein „Felsenmeer“", wo Riesen mit
wüsten Felsblöcken Ball gespielt zu haben scheinen.
7. Die Provinz zerfällt in 3 Regierungsbezirke: Münster, Minden
und Arnsberg.
Wo liegen Münster (63) (Wiedertäufer und westfälischer Friedel), Minden
(22), die Wachterin der westfälischen Pforte, die durch Leinwandhandel berühmten
Städte Herford und Bielefeld (62), der Bischofssitz Paderborn (20), Dort-
mund (142), Mittelpunkt der Kohlen= und Eisenindustrie, mit der uralten Fem-
linde, Hamm (29), Knotenpunkt der Eisenbahnen, das fluren= und gartenreiche
Soest (15) und Arnsberg?
18. Die Rheinprovinz.
(Flächeninhalt: 27000 qkm. — Bevölkerung: 5,2 Mill. Einw.)
1—3. Rheinland ist die westlichste und volkreichste preußische Provinz;
neun Städte haben mehr als 50000 Einwohner. Sie hat fast 1/13 der
Fläche und ½ der Bevölkerung Preußens; ¾ davon sind katholisch. Der
südliche Teil liegt im Gebiete des rheinischen Schiefergebirges, der nördliche
in der niederrheinischen Tiefebene. (Grenzen?)
4. 5. Gebirge sind: Westerwald, Siebengebirge, Hunsrück, Eifel,
Venn; Flüsse: Rhein, Lahn, Sieg, Ruhr, Lippe, Nahe und Mosel.
Bezeichne die Lage der Gebirge, Quelle, Lauf und Mündung der Flüsse!
6. Etwa / sind Ackerland, das übrige Wald, Wiese, Weide, Wasser
und Wüstung. Obst= und Weinbau, Handel und Gewerbe, besonders in
Eisen, Leinen= und Wollwaren, blühen.
Der Rhein ist stets von Dampfschiffen und Kähnen belebt; rechts und
links auf seinen Ufern pfeifen und fliegen stündlich Eisenbahnzüge stromauf,
stromab. Der Rhein, das Paradies Deutschlands, ist die große Heerstraße aller
Reisenden, die Gewinn oder Freude suchen. Menschen aller Zungen kommen
hier zusammen; auf jedem Dampfschiff hört man ein Sprachgemisch. An vielen
Stellen hat man den Rhein durch Dämme eingeengt, um tieferes Fahrwasser
u erhalten. Bei Hochwasser und Eisgang spottet er dieser Fesseln und macht
sc wieder zum Herrn des ganzen Thales. Nirgends erscheint alte und neue
Zeit so nahe zusammengerückt wie am Rhein. Unten brausen auf geraden
Dämmen neben Telegraphendrähten die Sabnzüge durchs Thal. Die weiß-
schimmernden Städte mit fleißiger, froher Bevölkerung wachsen aus den alten
Thoren und Mauern in immer neuen Straßenzeilen. Die rundlichen Hügel
und steilen Hänge des Ufers sind mit Reben demant. und das fröhliche Volk
der Winzer schafft in den Weinbergen. Die Gipfel sind von Burgen gekrönt,
die entweder immer mehr verwittern oder erneuert worden sind, so Stolzenfels
bei Koblenz. Glockengeläut schallt weihevoll überall durch das Rheinthal.
Im Regierungsbezirk Düsseldorf liegt das Wupperthal, das ehemals
bergische Land. Die Wupper breitet mit ihren Zuflüssen ein Netz über die
Gegend, von dem jede Masche eine Fabrikanlage hat. Das Thal hat ziemlich
steile Wände. Im weitesten Thalkessel liegen die Schwesterstädte Elberfeld
und Barmen. Auf allen Hängen und in allen Senkungen sind Häusergruppen
mit fleißigen Menschen. Hier ist die dichteste Bevölkerung des preußischen
Staates. Uberall rauscht, rollt, rasselt, schleift, schnurrt, hämmert, ächzt und
wimmelt es von Maschinen, Wagen, Karren und Menschen. Bänder, Leinen-,
Baumwollen= und Wollenstoffe jeder Art, Schneidewerkzeuge von den kleinsten bis
zu den größten entstehen in diesem Thale durch die Hände der Weber und Schmiede.
7. Die Provinz zerfällt in die Regierungsbezirke: Koblenz, Köln,
Düsseldorf, Aachen und--Trier.
Wie liegen sie zu einander? Wo liegen: das starke und schöne Koblenz
(40) mit seiner Felsenfestung Ehrenbreiktstein, das alte und lebhafte Köln
(mit Vororten 371), Mittelpunkt des rheinischen Handels, mit seinem herrlichen