Full text: Illustriertes Realienbuch.

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sind gelb, die Füße schwärzlich. Der Kopf ist klein, die Schnauze mit 
Schnurrhaaren besetzt, die Zunge glatt, das Ohr rundlich und inwendig be- 
haart, das Auge funkelnd, der Schwanz dicht behaart und schön geschwungen, 
darunter eine Drüse mit übelriechender Flüssigkeit. — 3. Er treibt sein 
Wesen im Walde und haust in Baumlöchern oder alten Raubvogel-Horsten. 
— 4. Er plündert die Nester der Vögel, denn Eier sind seine Leckerei, nascht 
Beeren und Obst, überfällt Hasen, Kaninchen, Eichhörnchen, Mäuse und würgt 
alles Lebendige, dessen er Meister werden kann, mehr aus Mordlust als aus 
Hunger. — 5. So richtet er große Verheerungen unter dem Wild= und 
Vogelstande an. Mit Büchse, Gift und Fallen geht ihm der Jäger zu Leibe; 
doch muß er's klug anfangen, um den listigen Räuber zu erwischen. Sein 
Balg wird vom Kürschner teuer bezahlt. — 6. Der Marder ist lebhaft und 
geschickt, mutig und listig. An den glattesten Bäumen klettert er im Fluge 
in die Höhe, springt mit dem Eichhorn um die Wette, schwimmt mit Leichtig- 
keit und zwängt sich durch enge Ritzen. 
Der Haus= oder Steinmarder ist etwas kleiner als der Edelmarder und 
hat eine weiße Kehle. In die Marderfamilie gehört auch der mürrische, 
einsame Dachs in unsern Wäldern. Er ähnelt einem halbwüchsigen Schweine, 
ist gelbgrau, mit 3 weißen Streifen über Stirn und Backen, unten schwarz und 
zottig, nährt sich hauptsächlich von Pflanzenkost und gräbt sich künstliche Baue. 
10. Der Kuckuck. 
1. Der Kuckuck hat sich selbst den Namen gegeben, indem er oft „kuckuck“ 
ruft. Er ist ein Zugvogel und ein Meister im Klettern. — 2. Er ist so groß 
- wie eine Taube, hat aber 
elinen längeren Schwanz. 
ö.è I ? Seieinaschgraues Federkleid 
bhhatddunkle Querbinden und 
ist unten heller. Die Flü- 
gel haben lange, hängen- 
de Spitzen. Der lange 
Schwanz ist am Ende ab- 
gerundet, weiß getüpfelt 
d und etwas aufgerichtet. 
Füße, Augen und Schnabel- 
wurzel sind gelb. — 3. Er 
findet sich in allen deut- 
— schen Wäldern und ist der 
nat. Größe). einzige Vogel, der kein Nest 
baut, sondern seine Eier kleinen Singvögeln unterschiebt. Diese brüten das 
Kuckucksei treulich aus und füttern später den unersättlichen jungen Fresser so 
hingebend, daß ihre eigenen Kinder dabei zu Grunde gehen. Der Kuckuck kann 
nicht selber brüten, weil er seine Eier so langsam hintereinander legt, daß das 
erste faul sein würde, wenn er das letzte legte. Auch hat er so viel mit der 
Stillung seines unablässigen Hungers zu thun, daß er zum Brüten keine Zeit 
hat. — 4. Er vertilgt ganze Heere von Kerbtieren, Larven und besonders 
haarigen Raupen, z. B. die Prozessionsraupe, deren Stacheln andere Vögel 
scheuen. Doch nicht jedes Jahr ist sein Tisch reich gedeckt, und oft ist Schmal- 
hans sein Küchenmeister. Dann wechselt er häufig sein Standquartier. Das 
fällt ihm leicht bei seinen langen Flügeln, ist aber mit ein Grund, daß er 
mit dem mühsamen Nestbau und mit Jungen sich nicht befaßt. — 5. So 
wird er ein höchst schätzbarer Waldhüter. Sein Ruf giebt uns im Frühjahr 
     
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