Full text: Illustriertes Realienbuch.

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Speisen (Fleisch, Gemüse, Obst) bleiben vollständig frisch und heißen Kon— 
serven. — 2. An den flachliegenden Faserwurzeln wie in den untersten Blatt- 
winkeln sind feigenförmige Knöllchen wie Warzen oder Gerstenkörner, die ein 
Platzregen leicht loswäscht und zusammenschwemmt. Abergläubische Leute 
meinen dann, es habe „Himmelsgerste“ geregnet. Die niederliegenden Stengel 
sind rötlich und glänzend, die gestielten Blätker rundlich, herzförmig, die Blüten 
sternförmig. Die 8—10 dottergelben, glänzenden Blumenblätter sind rundlich 
und haben an dem Nagel, womit sie angewachsen sind, eine Honigdrüse mit 
einer Schuppe. Die 2—5 Kelchblätter laufen in einen rundlichen Sporn aus. 
Der Fruchtboden ist mit vielen einsamigen Nüßchen besetzt und von mehr als 20 
gelben Staubgefäßen umstanden. — 3. Die Pflanze liebt schattige Busch= und 
Grasplätze und blüht im April. Nach der Semenreise im Mai vertrocknet sie, und 
nur die Knöllchen bewahren das Leben, um im Lenzreichlich neue Triebe zu schieben. 
6. Der Seidelbast oder Kellerhals. 
1—3. Dieser Giftstrauch, mit dem der immergrüne Lorbeer, der ge- 
würzhafte Zimmet= und der arzneiliche Kampferbaum verwandt sind, treibt 
zwischen den Hecken der Laubwälder lange, weiße Wurzeln in den schwarzen 
Waldboden. Die Rinde der meterhohen schwanken Stämmchen ist glatt und 
aschgrau. Die lanzettlichen Blätter (lang und nach den Enden verschmälert!) 
kommen nach den Blüten in Büscheln an den Zweigspitzen hervor. Die rosen- 
roten Blüten sitzen ohne Stiel und Kelch zu 3—4 an den Seiten der Zweige 
und bestehen aus einer Röhre mit vierspaltigem Saume, 4 längeren und 
4 kürzeren Staubfäden und einem kurzen Stempel auf dem Fruchtknoten, aus 
dem sich im Sommer eine scharlachrote, erbsengroße Kirsche mit Steinchen ent- 
wickelt. — 4. Lüsterne Kinder haben sie schon als Preiselbeeren genascht und sich 
Brennen im Halse, Leibschmerzen, Erbrechen, ja den Tod gegessen. Die Blüten 
leuchten wie Frühlingshoffnung durch das kahle Gebüsch und locken durch süßen 
Geruch, aber sie verursachen Kopfschmerzen. Der Saft der Rinde zieht Blasen 
wie ein spanisch Fliegenpflaster. Beeren und Blätter gaben früher eine Maler- 
farbe; heute haben wir bessere und billigere Farben aus anderen Stoffen. — 
5. Der Lorbeerbaum im südlichen Europa hat immergrüne, lederartige, 
lanzettliche Blätter, die als Gewürz gebraucht werden und aus denen man 
Kränze für Künstler und Sieger windet. 
7. Die Eiche. 
1. Die Eiche ist die Königin der Wälder. Sie gehört zu den einhäusigen 
Kätzchenträgern. — 2. Der Stamm ist knorrig, bis 30 m hoch und oft so dick, 
daß ihn mehrere Männer kaum umspannen können. Es giebt tausendjährige 
Eichen. Die Rinde sieht schwarzgrau und zerrissen aus. Die Blätter sind ge- 
buchtet. Die gelbgrünen Staubblüten sind lockere Kätzchen, die Samenblüten 
kleine Köpfchen. Die Früchte sind längliche Eicheln in rauhen Näpfchen. — 
3. Die Eichen finden sich einzeln als Markzeichen (Siegeseichen) oder in großen 
Wäldern. — 4. Ihr Holz giebt treffliches Bau= und Nutzholz, die herbe Schale 
Gerberlohe. Die Eicheln werden zur Schweinemast, die Galläpfel zur Tinten- 
bereitung und die Blätter zu Siegeskränzen verwandt. Die Rinde der Kork- 
eiche in Südeuropa giebt Stöpsel und Korksohlen. — 5. Die Eiche ist der gast- 
freundlichste Wirt. Auf den Blättern weiden Maikäfer, Raupen und 
Schnecken und plagen den Wirt tagaus tagein. Ihnen gehen der Kuckuck, die 
Drosseln u. a. Vögel ans Leben. Den Saft saugen Ameisen und Hirsch- 
käfer. In die Knospen legen Gallwespen mit ihrem Legestachel ihre Eier, 
und es entwickeln sich durch den Saftzufluß samtartige Gallen, aus denen an-