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Nester werden ausgebessert. — 4. Allerlei Insekten,
die im pfeilschnellen Fluge besonders über Gewässern
erhascht werden, bilden die Nahrung der Schwalbe.
Ihre außerordentliche Fliegekunst und ihr weitge—
spaltener Schnabel befähigen sie zur Jagd in der
Luft. — 5. Als Insektenvertilgerin nützt, als Haus-
freundin erfreut sie uns. Ihr Lied klingt traulich,
wenn auch nicht schön. Schon vor Tage singt sie
es, auf dürren Zacken sitzend. Man hat ihm die
Worte unter gelegt: Als ich Abschied nahm, waren
Kisten und Kasten schwer; als ich wiederkam, war
NFalles leer. — 6. Die Schwalbe ist eine Seiltänzerin
1m der Lüfte; sie badet, schwenkt, nährt, ergötzt sich
2 68 im pfeilgeschwinden Fluge. Ihr Körper ist zum
I„ Fliegen wie geschaffen. Er gleicht in seinem Bau
"8. Hausschwalbe (1# nat. Gr). einem Kahn. Der Schwanz ist das Steuer. Die
langen Flügel sind die Segel. Der Körper ist leicht, der Knochenbau zart aber
fest, das Gefieder glatt und dicht, das Fußpaar kurz und nicht lästig beim Fliegen.
Ihren Jungen giebt sie zwischen zwei Wänden Unterricht in der Fliegekunst.
Vor dem Wegzuge sammeln sich die Schwalben zu Heeren auf hohen Dächern
oder im Röhricht und nehmen nur zögernd Abschied von der Heimat.
Aufgaben: Welche Lebewesen sind an, über, auf und in dem Wasser? Welche Lebens-
bedingungen findet jedes? Wie sind sie für Nahrungserwerb und Verteidigung ausgerüstet? Wie
entwickelt sich jedes? Wie hängen sie von einander ab: Wie nützen und schaden sie dem
Menschen?
Naturlehre: I. Durchlassender Boden, Wellenbildung, Uferbrandung, hüpfende Steine,
badende Schwalben, geöltes Gefieder, Schwimmen und Fliegen der Vögel: Porosität, Un-
durchdringlichkeit, Zusammenhangs-, Anhangs-, Beharrungskraft (§5 1—5). Das
Wasser ist flüsstg, wird bei Wärmeentziehung feft und bei Erhitzung luftförmig: Die Dichtig-
tigkeitszustände, Verdunstung, Binden und Freiwerden der Wärme, Ausdehnung
durch Wärme (5 23—25). Die verschiedenen Körper sinken oder schweben oder schwimmen
im Wasser: Spezifisches Gewicht. Gewichtsverlust im Wasser (5 15).
II. Kuh und Taube trinken ziehend, Gans und Huhn schöpfend; der Blutegel saugt
Blut: Wie und warum? Erscheinungen des Luftdrucks. Stech= und Saugheber, Spritz-
büchse, Saug= und Druckpumpe. Die Feuerspritze (5 16—18).
VI. Der NRadelwald. □Im Herbst.)
Dunkel und still ists im Nadelwalde. Der Boden ist mit Nadeln bedeckt
und ohne grüne Pflanzendecke. (Warum?) Am Rande blühen die letzten blauen
Glockenblumen als Herbstboten. Kerzengerade steigen die Baumstämme in
die Höhe. Die Kiefer hat eine gelbbraune, blättrige, die Fichte eine rot-
braune, die Edeltanne eine weißgraue Rinde. Auch die Nadeln sind ver-
schieden. Bei der Kiefer stehen 2 und 2 in einer Scheide und bilden zusammen
eine Walze. Die kurzen Nadeln der Fichte stehen wie spitze Säbel um den
anzen Zweig. Kammartig nach beiden Seiten des Zweiges sind die Nadeln
bei der Edeltanne gestellt, die Lärche aber zeigt sie in Büscheln zu etwa 25 bei-
sammen. Die der Lärche fallen im Herbst ab, die der anderen Nadelhölzer
bleiben. Die Samenblütchen sind rote Zäpschen, die Staubblüten gelbe Walzen.
Rein, würzig und gesund ist die Luft im Tannenwalde, ganz besonders nach
einem Gewitter, wenn die hellen Blitze gleichsam die Luft rein gefegt haben.
Dann riecht es im Tannenwalde so eigentümlich, und unwillkürlich weitet sich
die Brust. Der Atemluft ist Ozon beigemischt, die beste Lungenmedizin.
Grauschwarze Granit= und braunrote Porphyrblöcke liegen umher.
Durch Luft und Wasser verwittern sie allmählich und helfen mit den ver-
wesenden Nadeln den Waldboden bilden. An den Felsblöcken, schattig und