— 96 — III
13. Ordn. Wale. Riesige Fischsäugetiere im Meere mit nackter Haut,
2 Arm= und einer wagerechten Schwanzflosse (Walfisch).
ILI. Klasse. Die Vögel.
Die Vögel haben rotes, warmes Blut, atmen durch Lungen, sind mit
Federn bedeckt, haben als Vorderglieder 2 Flügel zum Fliegen, legen Eier mit
Kalkschalen und brüten sie meist durch ihre eigene Körperwärme aus. Nach dem
Hauptaufenthalte unterscheidet man Luft-, Land= und Wasservögel, nach der
Entwickelung Nesthocker und Nestflüchter. Erstere kommen nackt und blind
aus den Eiern und müssen von den Alten gefüttert (geätzt) werden, bis sie
flügge sind. Letztere kommen mit einem Flaumenkleide aus den Eiern und
suchen sich selbst ihre Nahrung. Die Standvögel bleiben das ganze Jahr bei
uns. Die Strichvögel streichen auf einem größeren Raume nach Nahrung
umher. Die Zugvögel verlassen uns im Herbst, weil der Winter ihre Nahrungs-
quellen (Insekten, Wassertiere) durch Schnee und Eis verstopft. Die Federn
bestehen aus der hohlen Spule mit der blutgesüllten Seele, dem markigen
Schafte und der bärtigen Fahne. Auf der Haut liegen die zarten Flaum-
federn oder Daunen, darüber in Feldern die Deckfedern. Die Schwung-
federn sind in den Flügeln, die Steuerfedern im Schwanze. Die Vögel
5len ihre Federn durch das Fett der Schwanzdrüse ein und mausern sich
jährlich, d. h. wechseln ihre Federn. Sie nützen durch Fleisch, Eier, Federn, Mist
(Guano), Vertilgung von Insekten und Aas; viele erfreuen uns durch Gesang.
1. Ordn. Raubvögel. Kräftig gebaute Luftvögel und Nesthocker; Schnabel
hakig gekrüummt und oben am Grunde mit Woachehaut überzogen; Füße mit
starken, gebogenen Krallen; leben meist von Wirbeltieren und werfen Gewölle aus.
a) Falken (Steinadler). b) Geier (Lämmergeier). c) Eulen (Uhu).
2. Ordn. Gangvögel; Schrei= und Singvögel. Luftvögel und Nest-
hocker; die Singvögel mit einem Singmuskelapparate am Kehlkopfe, einem
Schnabel ohne Wachshaut, künstlichen Nestern und vorwiegender Insektennahrung.
a) Großschnäbler (Raben). b) Kegelschnäbler (Buchfink). c) Pfriemen=
schnäbler (Drosseln). d) Spaltschnäbler (Schwalben). e) Dünnschnäbler
(Wiedehopf).
3. Ordn. Klettervögel. Nesthocker und Luftvögel mit starkem Schnabel,
langer Zunge, steifem Schwanze und Kletterfüßen; letztere haben zwei scharf-
krallige Zehen nach vorn und zwei nach hinten (Spechte).
4. Ordn. Tauben oder Girrvögel. Nesthocker und Luftvögel; Ober-
schnabel am Grunde blasig aufgetrieben; Nasenlöcher von einer klappenartigen
Schuppe bedeckt. Ihre Spaltfüße haben vorn drei völlig getrennte Zehen,
während die vierte Zehe nach hinten steht (Gaustaube)h).
5. Ordn. Hühner. Erdvögel und Nestflüchter; schuppige Beine mit
höherstehender Hinterzehe, kurze Flügel, großer Schwanz, kräftiger, vorn gebogener
Schnabel; scharren nach Futter (Rebhuhn).
6. Ordn. Laufvögel. Große Erdvögel und Nestflüchter mit starken
Beinen und kurzen Flügeln (Strauß).
7. Ordn. Wat-, Stelz= oder Sumpfvögel. Wasservögel und meistens
(bis auf Störche und Reiher) Nestflüchter; Hals lang und dünn; Schnabel lang
und gerade. Watbeine lang und beim Fliegen nach hinten gestreckt (Storch).
8. Ordn. Schwimmvögel. Wasservögel und meist Nestflüchter; Gefieder
wasserdicht; Beine kürzer als der Rumpf und an der hintern Körperhälfte; Zehen
mit Schwimmhäuten; Schnabel mit nervenreicher Wachshaut (Gans).
III. Klasse. Die Reptilien oder Kriechtiere.
Sie sind Wirbeltiere, haben rotes, wechselwarmes Blut, atmen durch
Lungen, sind mit Schuppen oder Schildern bedeckt, haben 4, 2 oder keine Beine,
pflanzen sich durch pergamentschalige Eier fort, und die lungen Tiere sind beim
Ausschlüpfen gleich den alten ähnlich. Man unterscheidet 3 Ordnungen: a) Schild-
kröten (Griechische Schildkröte, eine Land-, Europäische Sumpfschild=
kröte, eine Süßwasser-, Riesenschildkröte, eine See-Schildkröte). b) Ei-
dechsen (Krokodil. Eidechse). c) Schlangen (Kreuzotter).