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Gartens, Rettiche im Blumengarten, Levkojen und Goldlack; von Unkräu—
tern das Hirtentäschel mit seinen dreieckigen Schötchen, der gelbe Hederich,
der den Kelch hebt, und der Senf, der ihn genkt die grüngelbe Reseda u. s. w
8. Rosenblütige Sträucher und Kräuter mit meist gefiederten Blättern,
5 spaltigem Kelche, 20 und mehr dem Kelche vor den Kronenblättern angehefteten
Staubfäden, zahlreichen vom fleischigen Fruchtboden eingeschlossenen Früchten-
Wilde und Gartenrosen, wilde und Gartenerdbeeren, Him= und
Brombeeren. Kern= und Steinobstträger als Unterfamilien: Apfel,
Birne, Pflaume, Kirsche, Eberesche mit roten Früchten und Weißdorn
mit roten Mehlfäßchen. Steinobstträger sind: Schwarzdorn mit den
herben blauen Schlehen, Pfirsich und Aprikose, Stachel= und Johannis-
beere, letztere aus nur 5 Staubgefäßen.
9. Schmetterlingsblütige Kräuter und Holzgewächse mit 5zähnigem
Kelche, 5 blättriger, schmetterlingsartiger Blumenkrone, 10 meist in 2 Bündel
verwachsenen Staubgefäßen und Samen in kklappigen, einfächerigen Hülsen:
Erbsen, Bohnen, Wicken, Klee, Luzerne, Esparsette, Linse, die
dornige Hauchechel, die weißblühende Akazie, der hängende Goldregen.
10. Storchschnabelgewächse mit mehr oder weniger geschnäbelter Frucht:
Wiesenstorchschnabel mit blauer Blüte, Flachs mit himmelblauen Blütchen,
die Wolfsmilcharten mit ihrem ätzenden Milchsafte, der Kautschukbaum
in Brasilien, der das Hartgummi liefert.
11. Lippenblüter, rachen= und lippenblütige Gewächse mit vierkantigem
Stengel, gegenständigen Blättern, quirlständigen, meist 2lippigen Blüten, 2 langen
und 2 kurzen Staubgefäßen und Nüßchen als Früchten: die Unkräuter Taub-
nesselarten, Günsel, Gundermann; die Gewürzkräuter Majoran,
Pfefferkraut, Salbei.
12. Rauh= oder Scharfblättler mit 5 Staubgefäßen, 1 Stempel: Vergiß-
meinnicht, Schwarzwurz, Lungenkraut, Hundszunge, Natternkopf.
13. Nachtschattengewächse, meist Giftpflanzen mit indelförmiger
Wurzel, krautigem Stengel, wechselständigen Blättern, 5 teiligem, glockigem Kelch
trichterförmigen Blüten, 5 Staubgefäßen, 1 Stempel und Früchten in Kapseln
oder Beeren. Sie wachsen in Feld und Wald und enthalten ein betäubendes Gift,
das in der Hand des Arztes zur Arznei werden kann: Tollkirsche, Bilsenkraut,
Stechapfel, Nachtschatten, schwarzer und bittersüßer, Tabak, Kartoffel.
Bl 14. Glockenblumen-Gewächse: Glockenblumen mit blauen, glockigen
üten.
15. Korbblüter, krautig mit Milchsaft, Blätter wechselständig; die Blütchen
bilden innerhalb eines gemeinsamen Kelches auf demselben Fruchtboden einen
Blütenverein; die 5 Staubbeutel sind zu einer Röhre verwachsen, Samen und
Fruchthülle innig verwachsen, Kelchsaum als Federkrone: der gelbe Huflattich,
das weiße Gänseblümchen, die blaue Kornblume, der Fel e Löwen—
zahn, das gelbe Kreuzkraut, die weiße und gelbe Kamille, die riesige
gelbe Sonnenblume, die gelben Habichtskräuter, die buntfarbigen Astern,
die weiße Wucherblume, die türkische Klette, der wohlschmeckende Salat.
Gesteinskunde oder Mineralogie.
Unter Mineralien verstehen wir ausgegrabene Stoffe, die die Masse der
Erdrinde bilden. Sie gehören der leblosen (unorganischen) Natur an und sind
meistens fest (Gesteine), seltener flüssig (Quecksilber, Petroleum), noch seltener
luftförmig (Schwefeldämpfe der Vulkane). Entweder kommen sie gestalt-
los (Thonerde) oder in Krystallen (Steinsalz) vor. Erstere sind äußerlich
ohne regelmäßige Bildung und innen ohne gleichartiges Gefüge. Beim Zer-
schlagen zeigen sie einen erdigen, splitterigen oder muscheligen Bruch (Braun-
und Steinkohle). Die Krystalle sind regelmäßige Körper, außen von ebenen
Flächen nach feststehenden Gesetzen begrenzt und immer aus einer gleichartigen
Masse gefügt. Sie kommen in allerlei Größen und Formen vor. Bald liegen
sie lose zwischen dem Gesteine, bald sind sie in Gesteinsmassen eingewachsen,