Metadata : Also sprach Bismarck. Band II. 1870 - 1888. (2)

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zu  besetzen,  und  nun,  der  geborene  neue  Ministerpräsident:
General  Manteuffel!  Ich  kann  nicht  mehr  und  habe  alle  Lust
verloren!  In  der  Konfliktszeit,  da  habe  ich  freudig  gekämpft,
  als  ich  viel  Feinde  hatte,  jetzt  aber,  da  ich  von  den
Meinigen  verlassen  bin,  lege  ich  mein  Schwert  auf  die  Seite;
grausames  Verlangen,  wenn  Sie  meinen,  daß  ich  angesichts
der  Wahlen  und  angesichts  des  mit  dem  Unglauben  vereinigten
  und  erstarkten  Liberalismus  noch  bleiben  soll;  ich  werdevielmehr
  die  Kreise  meiner  Tätigkeit  immer  enger  ziehen,  es
mag  das  Wettrennen  dann  ohne  mich  weitergehen;  Roon,
Eulenburg,  Camphausen,  sie  mögen  sehen,  wer  dem  anderen
zuvorkommt,  Camphausen  hat  viele  Chancen  für  sich;  es  mag
sein,  daß  er  mit  einigen  Nasenlängen  Sieger  bleibt.“  —  —

Diest:  „Ich  wünsche  Ihnen,  Sie  hätten  die  gestrige  Aufführung
  des  „Julius  Cäsar“  durch  hiesige  Studenten  gesehen,
  das  Stück  packte  den  Hörer  wieder  mit  seiner  großartigen
  Gewalt  und  riß  ihn  heraus  aus  der  Alltäglichkeit  der
Arbeit.“

Bismarck:  „So  waren  Sie  da?  Der  Kaiser  war  ja  wohl
auch  da?  Aber  sie  haben  den  Cäsar  doch  totgestochen.“

Diest:  „Ja  aber  wie  hat  Cäsar  auch  seine  besten  Freunde
behandelt.  „Ich  stoße  Dich  fort  wie  einen  Hund,“  ruft  er
dem  Bittsteller  zu,  der  vor  ihm  kniet.“

Bismarck:  „Aber  item,  sie  haben  ihn  doch  totgestochen!
Nein,  nein,  das  ist  alles  nichts  mehr  für  mich.  Wenn  Sie
wüßten,  wie  mir  der  Kaiser  die  Geschäfte  erschwert.  Gott
mag  wissen,  wie  das  weitergehen  soll!“  Diest  las  Bismarck
nunmehr  Stellen  aus  einem  Briefe  von  Brauchtisch  und
die  Hauptstellen  aus  dem  Artikel  der  „Kreuzzeitung“
vom  18.  März,  Nr.  65,  überschrieben:  „Der  Reichskanzler
und  die  konservative  Partei“  vor.  „Sehen  Sie,  Durchlaucht,
es  ist  viel  geschehen,  um  Ihre  Freunde  unter  den  konservativen
  und  gläubigen  Leuten  stutzig  zu  machen.  Schon  seit
dem  unglücklichen  Worte  und  Begriff:  „Indemnität“  nach  dem