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Verweilen in unserer Mitte. Aber Viele kamen umsonst und mußten
mit ungestilltem Verlangen wieder in die Heimath kehren. Erst
am 17. traf er ein und ward von der staunenden Menge unter Ka—
nonendonner begrüßt, im Schooße unserer Königsfamilie mit freudiger
Ehrerbietung aufgenommen. Große Festlichkeiten wurden ihm
zu Ehren angestellt. Schade, daß die prachtvolle Illumination und
der ungeheure Triumphbogen, der vor der Elbbrücke auf dem Schloßplaße
erbaut war, nicht in ihrem vollen Glanze gesehen werden konntenz
denn ein heftiges Gewitter mit Sturmwind verlöschte alle Herrlichkeit,
die die Menschen mit langer Mühe geschaffen hatten. Doch
zufrieden und begeistert war schon, wer damals ihn gesehen. Napoleon
blieb fünf Tage in Dresden, und so wie diese Tage überhaupt
Festtage waren, so verherrlichte sie unser verehrter Friedrich August
auch noch durch Stiftung des neuen Rautenkranzordens, dessen
erster RNitter Napoleon wurde. Am 23. Juli trat der Kaiser über
Leipzig, wo man ihn eben so glänzend empfing, die Weiterreise nach
Haris an.
18. Juli.
Vas Herjogthum Wartchau.
In den Tagen, wo der Kaiser Napoleon zum ersten Male in Dresden
war (1807), wurde auch, und zwar den 18. Juli, bekannt gemacht,
daß der König von Sachsen das neugebildete Herzogthum
Warschau bekommen habe. Es war dies ein Stück Landes, das
drei bis vier Mal größer war als Sachsen selbst, aber nur etwas
über drei Millionen Bewohner zählte (während Sachsen damals auch
drei Millionen hatte). Es war aus preußisch-polnischen Besitzungen
von Napoleon gebildet und hatte Warschau zur Hauptstadt. Früher,
im Jahre 1791, hätte Friedrich August das ganze Polen erhalten
können: die Polen hatten ihm ihre Krone angetragen, aber er
wollte nicht; er versprach sich und seinem Sachsenlande kein Heil
von Polen. Jetzt mußte er es annehmen;z mußte es ganz nach
französischen Vorschriften und Gesetzen regieren; mußte vielfältig hart
und drückend gegen den frühern Besitzer dieses Landes, den König
von Preußen, verfahren und diesen dadurch zum Unwillen reizen;
mußte in seinem hohen Alter noch die Regierungssorgen in einem
vielfach verwickelten und weitentlegenen Lande ubernehmen; mußte
zwei mächtigen Nachbarn, den Russen und den Preußen, unschuldigerweise
ein Stein des Anstoßes werden. Und das Alles für jährliche
sieben Millionen polnischer Gulden (zu vier guten Groschen), die