Full text: Quellensammlungen zum Staats-, Verwaltungs- und Völkerrecht. 1. Band. (1)

342 Nur. 184. Gesetz, betreffend die Frledenspräsenzstärke. Vom 15. April 1905. 
des Rechnungsjahrs 1909 die Zahl von 504665 Gemeinen, Gefreiten und 
Obergefreiten erreicht und im Laufe des Rechnungsjahrs 1910 auf 505839 
erhöht wird. 
An dieser Friedenspräsenzstärke sind beteiligt Preußen, einschließlich der 
unter preußischer Militärverwaltung stehenden Kontingente, mit 392 979, 
Bayern mit 554 24, 
Sachsen niit:t:: Z37711 und 
Württemberg nit .. 19725 
Gemeinen, Gefreiten und Obergefreiten. Soweit Württemberg nach Maßgabe 
seiner Bevölkerungsziffer die ihm zufallende Zahl nicht aufbringt, werden aus 
dem preußischen Kontingentsverwaltungsbezirke so viel Rekruten an das württem- 
bergische Kontingent abgegeben, als erforderlich sind, um dessen Friedenspräsenz- 
stärke zu erreichen. Von der Friedenspräsenzstärke gehen 2000 Okonomie- 
handwerker ab, für deren Ersatz durch Zivilhandwerker die Vorbereitungen 
spätestens bis zum 31. März 1910 im Etat zu treffen sind. Die Verminderung 
der Zahl tritt mit dem Ersatz ein. 
Die Einjährig-Freiwilligen kommen auf die Friedenspräsenzstärke nicht 
in Anrechnung. 
In offenen Unteroffizierstellen dürfen Gemeine nicht verpflegt werden. 
8 2. In Verbindung mit der durch § 1 bezeichneten Erhöhung der Friedens- 
räsenzstärke wird die Zahl der Formationen 
  
  
bei der Infanterie auf. . . 633 Batalllone, 
bei der Kavallerie aff 510 Ezkadrons, 
bei der Feldartillerie aufß. . 574 Batterien, 
bei der Fußartillerie auf. . . . 40 Batalllone, 
bei den Pionieren auf. . . . 29 Bataillone, 
bei den Verkehrstruppen auf. 12 Bataillone, 
bei dem Train auf . 23 Bataillone 
festgesetzt. Die Vermehrung erfolgt in der Weise, daß bei der Kavallerie 
10 Eskadrons vom 1. April 1910 bis zum Schlusse dieses Rechnungsjahrs, 
die übrigen Formationen bis zum Schlusse des Rechnungsjahrs 1909 gebil- 
det werden. 
8 3. In den einzelnen Rechnungsjahren unterliegt die Erhöhung der 
Friedenspräsenzstärke nach Maßgabe des § 1 dieses Gesetzes und die Verteilung 
jener Erhöhung auf die einzelnen Waffengattungen, ebenso wie die Zahl der 
Stellen für Offiziere, Arzte, Beamte und Unteroffiziere der Feststellung durch den 
Reichshaushalts-Etat. 
Artikel II. 
Gegenwärtiges Gesetz kommt in Bayern nach näherer Bestimmung des 
Bündnisvertrags vom 23. November 1870 (Bundes-Gesetzbl. 1871 S. 9) 
unter III. § 51), in Württemberg nach näherer Bestimmung der Militär- 
konvention vom 21./25. November 1870 (Bundes-Gesetzbl. 1870 S. 658)“) zur 
Anwendung. 
Urkundlich unter Unserer Höchsteigenhändigen Unterschrift und beigedrucktem 
Kaiserlichen Insiegel. 
Gegeben Taormina, den 15. April 1905. 
(L. S.) Wilhelm. 
Graf von Posadowsky. 
1) Oben S. 93. *") Oben S. 102.