und lebte, und darum behauptete sie sich auch in ihren
Folgen.
In England nahm die eine Partei an, der König habe
durch seine Flucht implicite seine Abdankung erklärt;
das ist dietoryistische Auffassung. Die whigistische Partei
dagegen behauptete, der König habe durch sein ganzes
Vorschreiten den Pakt mit der Nation gebrochen und
dadurch sich die Absetzung zugezogen. Diese beiden
Gesichtspunkte widersprachen einander, aber da man sie
nicht vereinigen konnte, so nahm man beide Ansichten
in den Akt auf; es findet demnach sowohl die eine wie
die andere Partei sich in dieser Handlung repräsentiert.
So gelangte in England ein ganz anderes Prinzip zur
Macht als in Frankreich. Dort die absolute Monarchie;
hier ein König, der durch das Parlament gewählt worden
war und ohne dasselbe keinen Schritt tun konnte.
Sogleich begann nun der Krieg mit Ludwig XIV.,
welcher Jakob Il. wieder in England einführen wollte.
Die Franzosen aber wurden geschlagen, und von diesem
Augenblicke an bekam die Macht Englands einen gewaltigen
Aufschwung. Ludwig XIV. mußte im Ryswyker
Frieden 1697 die Rechtmäßigkeit Wilhelms anerkennen.
Auf diese Weise wurde eine zweite Weltmacht in ihrem
besonderen Charakter gegründet.
Die Engländer sahen sich nun nach einem Erben um,
der zugleich protestantisch sein mußte. Auf Wilhelm II.
und Maria folgte Anna, eine Tochter Jakobs Il., die von
ihrem Vater abgefallen war. Als diese im Jahre 1714 mit
Tode abging, folgte das Haus Hannover auf dem englischen
Throne nach, und zwar wegen seines Zusammen:
hanges mit der Pfalz, indem Sophie, die Tochter Friedrichs
V. von der Pfalz und der Elisabeth Stuart, an den
Kurfürsten von Hannover vermählt war und dadurch
ihre pfälzischen Erbfolgerechte auf das Haus Hannover
übertrug, nachdem der direkte Mannesstamm ausge»
storben war. Es war die whigistische Partei, welche das
Haus Hannover auf den englischen Thron brachte, wäh-154