Full text : Königlich-Baierisches Regierungsblatt. 1809. (4)

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Königlich-Baierisches

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Regierungsblatt.

 

XXIX.  Stück.  München,

Allgemelne  Werordnung.

 

(Die  Errichtung  einer  National-Garde  betreffend.)

Wir  Maximilkan  Joseph,
von  Gottes  Gnaden  König  von  Basern.

Nachdem  der  G  V.  des  sechsten  Titels  der
Konstitution  Unsers  Reiches,  neben  dem
schon  bestehenden  Bürger-Militär  der  Städte
und  Märkte,  zur  Erhaltung  der  Ruhe  in
Kriegszeiten,  die  Errichtung  einer  National-Garde
  vorbehalten  hakt;  so  finden
Wir  in  den  Verhältnissen  des  gegenwaͤrtigen
  Augenblickes,  wo  Unsere  ganze  aktive
Armee  auf  wenigen  Punkten  konzentrirt
stehet,  und  der  größte  Theil  des  platten
bandes  einer  gehörig  organisirten  Sicher"
heits-Anstalt  bedarf,  eine  dringende  Veranlassung,
  auch  diesen  Theil  der  bewaffneten
Macht  des  Königreiches  ohne  längeren  Verzug
  auf  eine  seiner  Bestimmung  angemessene
  Weise  zusammen  zu  sezen.

Wir  haben  daher  beschlossen  und  beschliessen,
  wie  folgt:

I.

Die  zu  errichtende  National"Garde  sell
aus  einer  in  der  Folge  noch  näher  festzu-Samstag

  den  i5.  April  1800.

sezenden  Anzahl  von  Bataillons  bestehen,
deren  für  jezt  sechs,  jedes  zu  vier  Kompagnien,
  gebildet  werden.  «

Il.

Diese  Bataillons  werden,  hinsichtlich
ihrer  Formation,  Bewaffnung,  Kleidung,
Loͤhnung  und  disziplinarischen  Haltung,  ganz
Unserm  uͤbrigen  Militaͤr  gleichgestellt,  dessen
dienstliche  Verrichtungen  sie  ebenfalls  in  ihrem
  ganzen  Umfange  zu  erfuͤllen  haben.

II.

Sie  werden,  gleich  der  aktiven  Armee,
durch  den  Weg  der  Konskriprion,  nach  dem
bestehenden  Kantons-Reglement  gebildet  und
ergänzt.  Die  nach  der  neuen  Konstitution
nicht  mehr  zulässigen  Exemrionen  aber  (wegen
  Geburt,  Religion,  Standes  rc.)
sollen  hiebei  durchaus  keine  Anwendung  mehr
finden,  sondern  seder,  welcher  das  achtzehnte
Jahr  seines  Alters  bereits  vollendet,  und
das  fünf  und  zwanzigste  nicht  überschritten  hat,
auch  die  erfoderlichen  körperlichen  Eigenschasten
  bestzt,  ist  zum  Eintritte  in  diese
Bataillons,  wenn  das  Loos  ihn  trifft,  verpflichtet.


IV.

Ausgenommen  von  dieser  allgemeinen  Verpflichtung
  bleiben  nur,  neben  den  verheu-46