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geln in der unmittelbaren Anwendung mit-
tbeilt, und dann wieder unter dem tesen
ihnen die methodischen Gründe ihres Ver-
fabrens abfragt, oder ihre Febler nach
solchen Gründen verbessern lehrt, und
auf diese Weise sie durch stäte Rückwei-
sung auf die Vorschriften der Methoden
theoretisch und praktisch zugleich übt, und
diese Uebungen durch die ganze tebrzeit fort-
sezt; indem überall nur durch vielfälti-
ges Ueben erlangt werden kann, was ei-
ne bleibende Ferrigkeit werden soll.
Dieses Verfahren ist von den ersten Ele-
menten des technischen Lesens an mit
den Präparanden zu beginnen, und dabei
zugleich auf Uebung einer deutlichen und
richtigen Aussprache der Silben
und Worte zu seben, sodann durch die
verschiedenen Seufen deslogischen te-
sens, ebenfalls ohne alle vorgängige Theo-
rie, jedoch mit fleissiger Nachweillung der
Gründe, d. i., Rückweisung auf die Vor-
schriften der Theorie, bis zum möglichst
richtigen Ausdrucke des Sinnes der
Size durchzuführen. Endlich ist der
Versuch, so weit es unbeschadet dieser
beiden Haupterfodernisse geschehen kaun,
auch noch auf das ástbetische tesen
auszudehnen, um in den Präparanden auch
für den Ausdruck der in rednerischen und
richterischen Darstellungen ausgesprochenen
oder erregten Gefuͤhle wenigstens einigen
Sinn zu erwecken.
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2. Das Schreiben sollen die Praͤnpar-
anden nicht nur in kalligraphischer, ortho-
graphischer und gramatischer Ruͤcksicht
zu der Fertigkeit bringen, die dem Leh-
rer dieser Kunst unerlaͤßlich ist, sondern
sie sollen auch lernen, wie es am leichte-
sten und gruͤndlichsten zu lehren ist; wel-
ches ebenfalls nicht durch Vortrag von
Theorien, sondern durch täglich fortge-
sezte Uebung allein erreicht werden kann.
Ein besonderes Gewicht soll auf kallli-
grapbische Uebungen gelegt wer-
den; indem eine Vernachlässigung darin
bei den Präparanden, die als künftige
Volksschullebrer zu Schreibmeistern für
die grosse Masse des Volks bestimmt sind,
die ganze Nation in dieser Kunst zurückt
bringt. Eben so sind die ortbograpbi=
schen Uebungen mit den Präparan=
den fleissig fortzusezen, damit sie darin
die noͤthige Festigkeit erlangen. Diese
Uebungen in der Orthographie sind jedoch
nur eine Zeit lang isolirt zu treiben, und
lassen sich in der Folge bald mit der
Uebung in der gramatischen Rich—
tigkeit des Ausdruckes und der Wortstel-
lung verbinden. Endlich sollen, nach-
dem in diesen Uebungen ein ziemlicher
Grad von Fertigkeit erreicht ist, daran
auch noch Uebungen in der Kunst des
Gedanken-Auedruckes angereihet
werden; wozu Aufgaben allerlei Inhalts,
aber nicht zu sogenannten Aufsäzen,