Full text : das Königreich Württemberg. Dritter Band. (4)

Oberamt  Göppingen.  695

(1406  Müllin  zur  Ehsenwise)  1008  E.,  w.  1  K.  G.  Wald  von  136  ha.  Darlehenskassenverein.
  Ki.  z.  h.  Martin,  1748  erweitert,  1865  f.  renov.  Liebfrauenkap.,  1828
abgebrochen.  Wallfahrtskap.  zu  St.  Wolfgang,  schon  1553  zerfallen.  Al  Ort  und  Ki.
wurden  vor  1184  von  einem  Freien  v.  Schelklingen,  wohl  helfensteinischen  Dienstmann,
dem  Kl.  Ursperg  in  Bayern  übergeben.  Bald  erscheinen  Ortsad#lige,  1237  ff.  als  Truchsesse
  der  Gr.  v.  Helfenstein  (W.:  aus  dem  l.  Schildrand  vachs.  Widderhorn).  Die
Gemeinde  scheint  besondere  Freiheiten  gehabt  zu  haben:  1418  überließ  sie  das  halbe
Gericht  an  Württ.,  worauf  dieses  1422  ein  weiteres  Viertel  von  einem  Sachsenheim
kaufte.  Von  den  Helfenstein  und  ihren  Lehensleuten  kam  allmählich  alles  an  Württ.
1552—1635  war  ein  Diak.,  zugleich  für  Ganslosen,  hier.  20.  März  1668  brannte
fast  der  ganze  Ort  ab.  Abg.  die  Burgen  Hermannstall,  Geyerstall  (Schenken  v.  Geyern);
Mühleck,  Ulrichstetten,  Hofsteiten.

17.  Sattenhosen  (so  1275,  P.N.),  ev.  Pfd.  am  Butzbach,  10  km  sw.  v.  G.,
867  m,  aus  Reustadt  und  Zebedäi  bestehend,  mit  Riedenbof  (1700  angelegt)
1  065  E.,  w.  3  K.  Ki.  z.  h.  Aegidins.  Abg.  B.  in  Reustadt.  Al  H.  kam  mit  der  Grafschaft
  Aichelberg  1334  ff.  an  Württ.  Säuerling.  Geb.  ist  hier  als  Pfarrerss.  29.  Jan.
1712  Eman.  Christof  Klüpfel,  VBizepräs.  des  Oberkonsistoriums  in  Gotha,  Begründer
des  Goth.  Hofkalenders  2c.,  1776  (A.  D.  B.  XVI,  255).

18.  Heiningen  (1228  Huni.,  P.N.),  ev.  Pfd.  m.  M.G.  im  Heinbach=  oder
Heininger  Thal,  6,2  km  s.  v.  G.,  388  m,  mit  Eitleshof  und  einem  Theil  von
Lothenberg  1  194  E.,  w.  5  K.  Darlehenskassenverein.  Schöne  frühgoth.  Ki.  z.  h.  Michael
  mit  roman.  Resten;  Holzschnitzereien,  Taufstein.  Verh.  Ulm-Oberschw.  IX  u.  X
1855  S.  61  f.  Abg.  B.  mit  Ortsadel,  Ammanne  der  Herzoge  v.  Teck  (W.:  3  Hühnerköpfe)
  1271  ff.  Von  den  letztern  kam  H.,  welches  1284  von  K.  ,XKudolf  Freiburger
Recht  und  einen  Wochenmarkt  erhalten,  mit  Boll  2c.  1321  an  Württ.;  doch  nennt  sich
noch  1334  Agnes,  die  Witwe  des  H.  Simon,  „Herzogin  v.  H.“  Anderes  besaßen  die
Gr.  v.  Helfenstein,  Kl.  Adelberg.  Hier  ist  2.  Jan.  1817  geb.  Joh.  Ge.  Frasch.  Schäfer,
als  Wunderdoktor,  Geistererlöser  2c.  seit  1844  viel  genannt,  1848  wegen  großer  Betrügereien
  zu  12  J.  Zuchthaus  verurtheilt,  nach  Beendigung  der  Strafzeit  aufs  neue
Wunderdoktor  in  Jebenhausen,  1871  wieder  wegen  Betrugs  mit  8  Mon.  Gefängnis
bestraft,  f  1877.  (Arnold,  Der  Kriminalprozeß  des  Schäfers  J.  G.  Fr.  Ludwigsb.
1848.  Gesch.  des  Wunderdoktors  ..  J.  G.  Fr.  Göpp.  1877).

19.  Hohenstausen  (früher  Staufen,  Staufen  am  Berg,  St.  der  Markt,  vom
weltberühmten  Berg,  „aller  schwäbischen  Berge  schönstem“,  benannt,  der  selbst  den  Namen
bat  von  stouf  —  Fels  oder  Becher,  im  letztern  Fall  von  der  Form  des  Bergs),  ev.
Psd.  m.  M.  G.  in  halber  Höhe  des  H.,  am  Fuß  seiner  oberen  Pyramide,  7,9  km  ns.
v.  G.,  602  m,  mit  den  H.  Holzhäuserbach,  In  der  Wanne  u.  P.  1276  E.,
w.  36  K.  (o.  1  081  —  9).  G.Wald  von  86  ha.  Darlehenskassenverein.  Pfarrkirche,
von  Heigelin  1838  f.  erbaute  Basilica.  Altes  Kirchlein  z.  h.  Jakob,  im  jenzigen  Stand
erst  ans  dem  15.  Jb.  (Vish.  V.  134),  1859  ff.  vom  Hohenstaufenverein  durch  Egle
rest.,  neuer  Giebel  mit  Steinwappen  2c.  Der  Ort  gehörte  stets  zur  Burg.  mit  der  er
wohl  auch  erbaumt  wurde  (Otto  v.  Freisingen  sagt:  Friedrich  der  Alte  in  castro  Stoyphe
dicto  coloniam  posuerat.).  Mit  allerlei  Freiheiten  ausgestattet,  bildete  er  ein  eigenes
Aemtchen.  P.  Brühlhof,  neu.  Cyriakushof.  Geyernwald,  1713  angelegt.
Herbenhof,  Jackenhof.  Strudelhof,  zus.  45  E.,  w.  2  K.,  hießen  Reichartsweiler
  oder  auch  Pfeifershöfe.  Hirschhof,  früher  Niedermaitis,  gehörte  zu  Wäschenbeuren.
  Hohrein,  113  E.,  gehörte  theilweise  Adelberg  und  Oberhofen.  Lochhof,
früher  auch  Tigertobel.  Maitishof,  gr.  degenfeldisch.  Saurenhof,  bestand  aus
dem  Sauerhof  und  Voglershof.  Schurrhof,  1429  von  den  Angustinern  in  Gmünd