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lich, wie die Wahl der Sinn- Feiner Plunkett und
Mac Guineß bewies. Der Versuch Lloyd Georges,
1918 die Wehrpflicht auf Irland auszudehnen, trieb
vollends die Massen den Sinn. Féinern in die Arme.
Trotzdem nahm das Unterhaus 17. April die irische
Wehrpflichtbill an, worauf die irischen Bahnen
unter Militärverwaltung gestellt und der außerordentliche
Kriegszustand unter Feldmarschall French in Irland
verkündet wurde. Freuch verhaftete die Führer
Sinnfeins (18. Mai), löste den Sinnfeinverein auf
(3. Juli), ließ am 18. Mai die zu Sinnfein gehörenden
Parlamenismitglieder verhaften und führte 1. Okt. die
Dienstpflicht ein; nur der eintretende Waffenstillstand
hinderte ihre Durchführung. Am 6. Jan. 1919 brachen
neue Unruhen aus, die zur Proklamierung der
Unabhängigkeit durch eine in Dublin gebildete Konstituante
führte. Am 19. Jan. beschloß eine Sinnfeinerversammlung
in Dublin die Unabhängigkeit der irischen
Republik, am 15. März verhängte Freuch über
ganz Irland den Belagerungszustand, über Dublin
as Standrecht. 19. Dez. wurde in Dublin gegen
Lord French ein erfolgloses Bombenattentat verübt.
Vgl. F. Brie, Der irische Aufstand von 1916 (Berl.
1917); W. J. Bonn, Irland und die irische Frage
(Münch. 1918); E. Barker, Ireland in the last fifty
years 1866—1916 (Oxf. 1917). S. a. Bd. II, S. 387.
Vgl. Hettner, Englands Weltherrschaft und der
Krieg (2. Aufl., Leipz. 1915); Salomon, Der
britisshe Imperialismus (das. 1916); E. Schultze,
England als Seeräuberstaat usw. (Stuttg. 1915);
Curth, Der Nahrungsmittel- und Rohstoffbedarf
Englands (Jena 1917); Schuster und Wehberg,
Der Wirtschaftskrieg, 1. Band: England (das. 1917).
— Kriegsliteratur, s. Bd. II, S. 384.
Großes Hauptauartier, Sitz der Obersten
Heeresleitung während des Krieges. G. H. war 1914
Koblenz, dann Luxemburg, später Charleville, 1915
Pleß, 1916 Charleville, seit Aug. 1916 Kreuznach.
1918 Spaa, dann Kassel, 1919 Kolberg.
Großkampfschiff, s. Bd. I. S. 240.
Großstation, Sende= und Aufnahmestation für
drahtlose Telegraphie, deren Einrichtungen für übermittlung
auf die größten Entfernungen geeignet sind.
Die deutsche G. Nauen sendet Wellen bis nach Südamerika
und Ostasien; in Frankreich befindet sich eine
G. auf dem Eiffelturm. eine englische in Clifden
(Irland), die wichtigste nordamerikanische in Glace
89 (Neuschottland). "6
rünbuch, s. Buntbücher.
Grundmine, s. Seeminen.
Guatemala. Ende Jan. 1916 wurde Estrada
Cabrera, seit 1911 Präsident, wiedergewählt. Er
hielt zu den Verein. Staaten, nahm aber zugleich auf
das beträchtliche deutsche Kapital im Lande Rücksicht.
2. Mai 1917 brach er zwar die Bezichungen zum
Deutschen Reiche ab, der Kongreß betonte aber, daß
sich dies nur gegen die deutsche Regierung, nicht gegen
Großes Hauptquartier — Haase
die eng verbundene deutsche Nation richte. Die Vertretung
der deutschen Interessen übernahm Spanien.
Gueêmappe, franz. Dorf südöstl. Arras, war bef.
April 1917 einer der Hauptangriffspunkte der Engländer.
Vgl. S. 15.
'( Guerre Soziale, 1906— 16 Name der seitdem
als »La Victoirc erscheinenden radikalsozialistischen
franz. Zeitung. Vgl. Bd. II, S. 332.
Guendecourt, in der Sommeschlacht 1916 um
kämpftes franz. Dorf; vgl. Bd. II, S. 219.
Guillaumat, Marie Louis Adolphe, franz.
General, geb. 1863 in Bourgneuf, 1903 Geschichtslehrer
in Saint-Cyr, 1913 Brig.-General u. Leiter des
Infanteriewesens im Kriegsministerium, bei Kriegsausbruch
Div.-Komm., 1915 Führer des 1. A.-K.
in der Champagne, nahm an der Verteidigung Verduns
teil, befehligte 1916 eine Armee an der Somme.
Aug. 1917 bei Veroun, wurde Ende 1917 Befehlshaber
in Saloniki (als Nachfolger Sarrails), Juni
1918 Militärgouverneur von Paris.
Gnillemin, franz. General, seit Anfang 1917 Chef
der franz. Luftstreitkräfte.
Gunillemont, in der Sommeschlacht 1916 heiß
umlämpftes franz. Dorf; vgl. Bd. II, S. 219.
Gulaschkanone, volkstümliche Bezeichnung für
die deutschen Feldküchen.
Gumbinnen, ostpreuß. Kreisstadt an der Bahn
Insterburg- Eydikuhnen. Das 1. Korps schlug 20.
Aug. 1914 bei G. starke russ. Streitkräfte zurück.
ummi (Kautschul), s. Bd. I, S. 301.
Gündell, Erich von, deutscher General, geb. 13.
April 1854 in Goslar, 1900—01 Chef des General--stabs
des Ostasiat. Expeditionskorps, 1901—04 des
1. A.-K., 1906 Generalmajor u. Oberquartiermeister,
1907 Delegierter zur Haager Friedenskonferenz, 1909
Generalleutnant, 1913 Direktor der Kriegsakademie,
1918 Mitglied der Waffenstillstandskommisston.
Gurko, russ. General, Nov. 1916 Generalstabschef.
Jan. 1917 Oberbefehlshaber an der russ.-rumän.
Front, April Führer des russ. Zentrums, Juni der
Südwestfront, Juli 1918 Kommandant der verbündeten
Truppen in Murman.
Gutschkoff, russ. Staatsmann, März bis 14. Mai
1917 Kriegsminister im ersten revolulionären Kabinett
(Lwoff).
Gupvemer, erfolgreichster frz. Flieger, wurde nach
54 Luftsiegen 11. Sept. 1917 bei Poelcappelle von
den Deutschen abgeschossen. lverwendungsfähig.
8 „militärische Abkürzung für garnisondiensl:
vergyöer Gebirge, Zweig der Südostkarpathen
(vgl. Bd. II, S. 141, nebst Karte), wurde von
den Rumänen Ende Aug. und Anfang Sept. 1916 ini
Vormarsch, 8.Okt. im Rückzuge unter schweren Kämpfen
mit der österr.-ungar. Armee Arz durchschritten.
Gyroskop, durch motorischen Antrieb schnell bewegter
Kreisel, zwingt, in den Torpedo eingebaut, diesen
in der einmal genommenen Richtung zu bleiben.
H
Haager Abkommen, s. Bd. 1, S. 364, 367, 370
und Bd. II, S. 412f.
Haase, Hugo, deutscher Sozialdemokrat, geb. 29.
Sept. 1863 in Allenstein, 1890—1911 Rechtsanwalt
in Königsberg, seit 1895 Stadtverordneter, 1912 in
Berlin, 1897, 1906, 1912—18 Mitglied des Reichstags,
1911—16 als Nachfolger Singers Vorsitzender
der sozialdemokr. Partei, 1913—15 auch der Reichs.
tagsfraktion, 1916 Mitbegründer und Führer der Unabhängigen
Sozialdemokr. Partei Deutschlands, 11.
Nov. 1918 neben Ebert gleichberechtigtler Vors. des
Rats der Volksbeauftragten, trat 29. Dez. zurück und
wurde 1919 Vors. der Fraktion der U. S. P. D. in der
Nationalversammlung. H. starb 7. Nov. 1919 an den