Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1915 (2)

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Nr.  78.  1915.  393

I.  Allgemeine  Bestimmungen.

*  1.

Errichtung  der  Stromlieferungsanlagen.  Absatzgebiet.

Die  Aktiengesellschaft  „Siemens“  Elektrische  Betriebe  in  Berlin,  im  nachfolgenden
„Werk“  genannt,  ist  verpflichtet,  Anlagen  zu  errichten  und  zu  unterhalten,  aus  denen
es  technisch  möglich  ist,  in  dem  in  Ziffer  2  bezeichneten  Gebiet  des  Großherzogtums
Mecklenburg-Schwerin  alle  Abnehmer  mit  elektrischer  Energie  zu  versorgen.

Die  Bestimmungen  dieser  Genehmigungsurkunde  beziehen  sich  auf  das  in  der

 

Karte  (Anlage  1)7)  rot  begrenzte  Gebiet  im  Westen  des  Großherzogtums.

Über  das  rot  begrenzte  Gebiet  hinaus  darf  innerhalb  des  Großherzogtums  das
Werk  Strom  nur  mit  besonderer  Genehmigung  des  Ministeriums  des  Innern  liefern.
Das  Werk  hat  die  der  Stromversorgung  des  Genehmigungsgebiets  dienenden
Anlagen  einschließlich  der  Baulichkeiten  dauernd  in  ordnungsmäßigem,  betriebsfähigem
und  dem  jeweiligen  Stande  der  Technik  entsprechenden  Zustande  zu  erhalten.
Für  die  Errichtung  und  den  Betrieb  der  Anlagen  sind  neben  den  reichsgesetzlichen,
landesgesetzlichen  und  landespolizeilichen  Bestimmungen  maßgebend:
I.  die  jeweils  geltenden  Sicherheitsvorschriften  des  Verbandes  Deutscher
Elektrotechniker  für  die  Errichtung  von  Starkstromanlagen,
II.  die  jeweils  geltenden  Vorschriften  des  Verbandes  für  den  Betrieb  von
Starkstromanlagen,
III.  die  jeweils  geltenden  Normalien  des  Verbandes  Deutscher  Elektrotechniker
für  Leitungen  und  Installationsmaterial,
IV.  die  Sicherheitsvorschriften  der  Reichspost,  zum  Schutze  der  Schwachstromanlagen.

Diesen  Posschriften  sollen  auch  alle  im  Genehmigungsgebiet  errichteten  Stromverteilungs=

  und  Niederspannungsanlagen  entsprechen.  Soweit  diese  Anlagen  nicht  von

dem  Werk  errichtet  werden,  dürsen  sie  von  ihm  erst  dann  angeschlossen  werden,  wenn
nach  Wahl  des  Abnehmers  entweder  das  Werk  oder  ein  unpartel#scher  Sachverständiger,
dessen  Ernennung  im  Streitfalle  dem  Ministerium  des  Innern  zusteht,  die  Anlage  als
vorschriftsmäßig  anerkannt  hat.

8  2.

System  und  Spannungen.

Das  Werk  liefert  dreiphasigen  Wechselstrom  von  100  sekundlichen  Polwechseln.
Die  Spannung  beträgt
in  Speiseleitungen  bis  zu  40  000  Volt,
in  Hochspannungs-Verteilungsleitungen  gegen  15  000  Volt,
in  Niederspannungsleitungen  gegen  380/220  Volt.  Z
Andere  Spannungen  dürfen  nur  mit  besonderer  Genehmigung  des  Ministeriums
des  Innern  eingeführt  werden.  Z„
Das  Werk  liefert  die  elektrische  Energie  gemäß  8  17  und  18  dieser  Urkunde  bis
an  die  Verbrauchsstellen,  und  zwar  entweder  unmittelbar  an  die  Verbraucher  oder  an
Abnehmer,  die  den  Strom  ihrerseits  an  die  Verbraucher  abgeben.