Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1915 (2)

408  Nr.  78.  1915.

*  32.

Schiedsgericht.

124.  Streitigkeiten  jeder  Art  zwischen  der  Großherzoglichen  Regierung  und  dem  Werk
über  Rechtsverhältnisse,  welche  sich  aus  dieser  Genehmigung  ergeben,  sind  durch  ein
Schiedsgericht  zu  entscheiden,  soweit  nicht  im  einzelnen  Falle  die  Großherzogliche  Regierung
  oder  das  Werk  der  Entscheidung  durch  das  Schiedsgericht  widersprechen.  Insoweit
  erfolgt  die  Entscheidung  der  Streitigkeit  im  Rechtswege.  Wird  der  Rechtsweg
beschritten,  -4  ist  für  die  Entscheidung  1.  Instanz  das  Großherzogliche  Landgericht  zu
Schwerin  ausschließlich  zuständig.

125.  Das  Schiedsgericht  wird  in  der  Weise  gebildet,  daß  sowohl  die  Großherzogliche
Regierung  wie  das  Werk  zwei  Schiedsrichter  ernennen  und  zwar  je  einen  selbständigen
Geschäftemann  oder  Techniker  und  je  einen  Rechtsverständigen.

126.  Sollte  die  Großherzogliche  Regierung  oder  das  Werk  nach  schriftlicher  Aufforderung
  durch  den  anderen  Teil  nicht  innerhalb  4  Wochen  die  Schiedsrichter  benennen,
so  geht  das  Ernennungsrecht  auf  den  anderen  Teil  über.

127.  Die  ernannten  vier  Schiedsrichter  wählen  ihrerseits  einen  Obmann.  Können  sie
sich  über  die  Person  des  Obmannes  nicht  einigen,  so  soll  der  Rektor  der  Technischen
Hochschule  zu  Berlin  in  Charlottenburg  um  die  Ernennung  des  Obmannes  ersucht
werden.  Ist  dieser  verhindert,  oder  lehnt  er  das  Ersuchen  ab,  so  entscheidet  das  von
einem  Beauftragten  des  Ministeriums  des  Innern  zu  ziehende  Los  zwischen  den  von

128  den  it  prchte  vorgeschlagenen  Personen.

.  uf  das  Verfahren  des  Schiedsgerichts  fin  i  i  es
der  Zivilprozeßordnung  Leerch  gerichts  finden  die  Vorschriften  des  10.  Buche

g  33.

Unmittelbarer  Rechtserwerb  Dritter.

129.  Soweit  in  dieser  Genehmigung  dem  Werk  Verpflichtungen  Dritten  gegenüber

auferlegt  sind,  erwerben  diese  Dritt  i  «  ·
Werk  zu  fordern.  se  Dritten  unmittelbar  das  Recht,  die  Leistung  von  dem

g  34.

Kosten.

130.  das  ade  Kosten  dieser  Genehmigungsurkunde  an  Stempel  und  Gebühren  trägt