Volltext : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1915 (2)

Nr.  118  1915.  677
g  6.

Besondere  Meldebestimmungen.

Die  nach  dem  jeweiligen  Stichtage  eintreffenden,  vor  dem  Stichtage  aber  schon
abgesandten  Vorräte  sind  vom  Empfänger  unverzüglich  nach  Empfang  zu  melden.

Aufeinem  Meldeschein  dürfen  nur  die  Vorräte  eines  und  desselben  Eigentümers
und  die  Bestände  einer  und  derselben  Lagerstelle  gemeldet  werden.

Soweit  Rohbaumwolle  oder  Baumwollgarne  nach  dem  15.  Juni  1915  aus  dem
Auslande  einge  führt  sind,  hat  der  Meldepflichtige  dies  bei  Erstattung  der  Meldung
  anzugeben  und  auf  Verlangen  des  Kriegsministeriums,  Kriegs-Rohstoff-Abteilung,
den  Nachweis  dafür  zu  erbringen.

Anfragen,  die  vorliegende  Verordnung  betreffen,  sind  an  das  Kriegsministerium,
Kriegs-Rohstoff-Abteilung,  Sektion  W.  II,  Berlin  SW.  48,  Verlängerte  Hedemannstraße
  9/10,  zu  richten;  die  Anfragen  müssen  auf  dem  Briefumschlag  sowie  beim  Eingang.
des  Briefes  den  Vermerk  enthalten:  „Betrifft  Bestandaufnahme  für  Baumwolle  und
Baumwollerzeugnisse“.

Muster  der  gemeldeten  Vorräte  sind  nur  auf  besonderes  Verlangen  dem
Kriegsministerium  zu  übersenden.

 

8  7.
Lagerbuch.

Für  Rohbaumwolle,  Baumwollabfälle  und  Garne,  ferner  für  Baumwollweb=  und
Wirkwaren,  soweit  sie  auf  den  Meldescheinen  3  A,  3B  und  3C  (auf  3C  mit  Ausnahme
von  Nr.  6  und  Nr.  9)  aufgeführt  sind,  ist  ein  Lagerbuch  einzurichten,  aus  dem  jede
Anderung  in  den  Vorratsmengen  und  ihre  Verwendung  ersichtlich  sein  muß.

Beauftragten  der  Polizei=  und  Militärbehörden  ist  jederzeit  die  Prüfung  des
Lagerbuches,  sowie  die  Besichtigung  des  Betriebes  zu  gestatten.

g  8.
Ausnahmen.

Die  Meldepflichtigen  sind  insoweit  von  einer  Meldepflicht  und  Führung  des  Lagerbuches
  befreit,  als  ihre  Vorräte  (einschließlich  derjenigen  in  sämtlichen  Zweigstellen,  die
sich  im  Bezirk  der  verordnenden  Behörde  befinden)  am  2.  August  1915,  nachts  12  Uhr,
geringer  sind  als  (Mindestvorräte):

a)  je  300  kg  von  Rohbaumwolle  oder  Garnen,  ferner  von  Watte,

b)  insgesamt  5000  m  von  zu  meldenden  Baumwollstoffen  (siehe  §  2),  wenn  die
Vorräte  aus  verschiedenen  Stoffen  bestehen,

Jc)  500  m,  wenn  die  Vorräte  nur  aus  Stoffen  einer  einzigen  Gruppe  oder
Untergruppe  bestehen,

d)  insgesamt  300  Stück  von  zu  meldenden  fertigen  Männerunterkleidern
(siehe  §•  2).

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