Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1916 (3)

Nr.  172.  1916.  1075

(5)  Bekanntmachung  vom  3.  November  1916,  betreffend  Verkehr  mit  Kriegsgefangenen.

Unter  Aufhebung  der  Bekanntmachungen,  betreffend  Verhalten  gegen  Kriegsgefangene,
  vom  28.  Mai  1915,  Rbl.  Nr.  79,  S.  441,  und  vom  29.  Februar.
1916,  Rbl.  Nr.  39,  S.  195,  wird  nachstehende  Bekanntmachung  des  Königlichen
  stellv.  Generalkommandos  des  IX.  Armeekorps  zu  Altona  vom  22.  v.
Mts.,  betreffend  Verkehr  mit  Kriegsgefangenen,  hierdurch  zur  allgemeinen
Kenntnis  gebracht.
Die  Ortsobrigkeiten  werden  aufgefordert,  auf  die  genaueste  Befolgung  der
getroffenen  Anordnungen  hinzuwirken.

Schwerin,  den  3.  November  1916.

Großherzoglich  Mecklenburgisches  Ministertum  des  Innern.
L.  v.  Meerheimb.

Nr.  2373.  Altona,  den  22.  Oktober  1916.

verkehr  mit  Kriegsgefangenen.

Unter  Aufhebung  der  Verordnungen  vom  10.  Mai  1915  —  M.  1123  —,  vom
15.  Mai  1915  —  M.  1167  —,  vom  23.  Februar  1916  —  Nr.  498  KVBl.  —  bestimme
ich  auf  Grund  des  §  9b  des  Gesetzes  über  den  Belagerungszustand  vom  4.  Juni  1851
und  des  Reichsgesetzes  vom  11.  Dezember  1915  im  Interesse  der  öffentlichen  Sicherheit
  folgendes:

Der  Bevölkerung  ist  verboten:

a)  das  Sprechen  und  jeglicher  Verkehr  mit  den  Kriegsgefangenen,  sofern  er
nicht  durch  die  Arbeitsbeschäftigung  der  Gefangenen  bedingt  und  durch  den
militärischen  Wachtmann  oder  den  Arbeitsgeber,  d.  i.  in  den  Gemeinden
der  Gemeindevorsteher,  ausdrücklich  gestattet  wurde,

b)  das  Verabreichen  von  Geschenken,  Liebesgaben  und  dergleichen,  die  Verschaffung
  des  Genusses  von  alkoholischen  Getränken  für  die  Kriegsgefangenen,

c)  die  Abgabe  von  Feuerzeug,  Messer,  scharfen  Werkzeugen  oder  Waffen  an
die  Kriegsgefangenen,

d4)  die  Vermittelung  des  Briefverkehrs.

8  2.
Das  Verbot  des  §  1  gilt  auch  für  Militärpersonen,  es  sei  denn,  daß  der  Verkehr

usw.  in  Ausübung  des  Dienstes  stattfindet  und  nach  den  dienstlichen  Vorschriften
erlaubt  ist.