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Wenn wir das Nichtschneiden als sicher annehmen, so müssen wir
hierfür ein Kriterium haben, das in der Endlichkeit liegt. Wir haben
auch ein solches und zwar in dem Empfinden der Unveränderlichkeit des
Empfindungsvermögens als des Beharrungsprinzips. Wir empfinden
unter diesem Prinzip, daß gleiche Empfindungskomponenten gleiche
Empfindungsresultierende geben.
Ein anderes synthetisches Urteil haben wir in der Behauptung.
daß z. B. 547 Einheiten nebeneinander das Gleiche als 12 Ein.
heiten nacheinander geben. Beide Urteile sind gleich aber nicht identisch.
Die Sicherheit für dieses Urteil empfinden wir darin, daß unser
Empfindungsvermögen sowohl räumlich als zeitlich an sich unveränderlich
ist.
Schließlich sei auch hier noch das Urteil erwähnt, daß die Gerade
zwischen zwei Punkten die kürzeste ist. Hier hat man sich erst klar zu
machen, was eine Gerade ist. Das Merkmal der Geraden ist aber, daß
sie um sich selbst gedreht nicht aus ihrer Lage kommt. Wir empfinden
also bei solcher Drehung, daß sie hierbei zwischen den beiden Punkten
die geringste Menge Empfindungssubstrat beansprucht gegenüber solchen,
die ihre Lage dabei verändern, in dem Weniger empfinden wir dabei
das kürzere. Es ist dieses so zu verstehen, daß sich das Extensive der
Komponenten als intensiv in der Resultierenden äußert. D. h. die
Resultierende empfindet das Quantitative im Grad. Wir haben es
also auch hier mit einem vollständigen Erfahrungsurteil zu tun.
Die resultierenden Empfindungen haben aber für unseren einseitigen
Monismus ferner noch die große Bedeutung, daß man nur
mit ihrer Hilfe zu einer wechselseitigen Kausalität innerhalb der Kausalreihe
kommen kann und diese ist ja, wie schon hervorgehoben, das
alleinige und notwendige Merkmal des Materialismus, d. h. der
mechanischen Welterklärung überhaupt.
Wie schon bemerkt, versteht man unter Kausalität überhaupt das
Verhältnis von Ursache und Wirkung. Hier haben wir uns nun zuerst
die Frage vorzulegen, welches Kriterium wir denn für die Annahme
haben, daß von zwei zeitlich folgenden Erscheinungen die erste die
Ursache und die zweite die Wirkung ist, um so mehr als wir dem Irrtum
unterworfen, das Wesen der Dinge doch nicht erfassen können.
Die Annahme eines Ursachsverhältnis stützt sich in erster Linie
auf die Erfahrung, die uns lehrt, daß Erscheinungen unter denselben
Bedingungen räumlich und zeitlich immer wiederkehren; wobei die Erfahrung
ihre Allgemeingültigkeit durch das Beharrungsprinzip erhält.
Ein Kriterium für die Kausalität bietet uns aber allein der subjektive
Teil unserer Empfindung und zwar dadurch, daß ich eine Veränderung
der Empfindungsresultierenden der anderen unmittelbar folgend