Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogtum Mecklenburg-Schwerin. Jahrgang 1917 (4)

Nr.  29.  1917.  183

Bekanntmachung.

ierdurch  werden  alle  in  den  Großherzogtümern  Mecklenburg-Schwerin  und
Mel  den  o  sowie  im  Fürstentum  S  und  im  Gebiete  der  freien  und  Hansestadt
  Lübeck  sich  aufhaltenden,  in  den  Jahren
1892  bis  1898,  sowie  1899  scher  Staats
eborenen  Landsturm-  bezw.  Dienstpflichtigen  österreichischer  und  ungarischer  Staatslezn.
  zs  anüarm=  bein  #  ichsgen  ferre  (ohne  Rücksicht  darauf,  ob  sie
schon  bisher  musterungspflichtig  waren,  bezw.  ihrer  Musterungspflicht  entsprochen  haben)
aufgefordert,  sich  am

Donnerstag,  den  22.  Februar  1917,  10  Uhr  vormittags,
in  den  Musterungsräumen  der  Ersatzkommission  Lübeck,
Mengstraße  Nr.  4,
zur  Konskription  (Meldung)  persönlich  einzufinden.
Hierzu  sind  außer  allen  Personal=  und  Militärdokumenten  mitzubringen:

1.  Ein  von  der  Ortspolizei  bestätigter  Nachweis  über  die  Dauer  des  Aufenthaltes,


2.  zwei  gleiche,  unaufgespannte  Photographien,  auf  deren  Bildfläche  die  eigenhändse
  ünierschri  des  Landsturmpflichtigen,  und  auf  der  Rückseite  die  Beaubigung
  der  Unterschrift  und  der  Personenidentität  durch  die  zuständige

ehörde  des  Aufenthaltsortes  (Polizeiamt,  Gemeindevorstand,  Gutsobrigkeit
  usw.)  anzubringen  ist.  Bei  nachgewiesener  Mittellosigkeit  werden  die
ortsüblichen  Preise  für  die  Anfertigung  der  beiden  Photographien  ersetzt,

3.  von  jenen  Landsturmpflichtigen,  die  um  Ersatz  der  Reisekosten  bittlich  werden,
  außerdem  ein  von  der  Ortsbehörde  des  Aufenthaltsorts  ausgestellter
Nachweis  der  Mittellosigkeit.

Ausgenommen  von  der  Pflicht  zum  Erscheinen  sind  lediglich:

1.  Diejenigen,  die  vom  Landsturmdienst  noch  zur  Zeit  gültig  enthoben  sind,

2.  die  Militärgagisten  des  Ruhestandes  und  des  Verhältnisses  außer  Dienst,

3.  diejenigen,  die  erst  nach  dem  30.  November  1916  im  Wege  der  Superarbitrierung
  entweder  als  Landsturmpflichtige  beurlaubt  oder  entlassen  oder
aber  aus  der  gemeinsamen  Wehrmacht,  der  Landwehr  oder  der  Gendarmerie
entlassen  worden  sind,
diejenigen,  die  wegen  Gebrechen,  die  zu  jedem  Dienste  untauglich  machen,
bereits  seinerzeit  in  der  Stellungsliste  gelöscht  worden  sind;  der  Besitz  einfacher
  Bescheinigungen  über  einen  Befund  „zu  jedem  (Landsturm-)  Dienste
ungeeignet“  enthebt  nicht  von  der  Pflicht  zum  Erscheinen  zur  Musterung,
die  zum  Landsturmdienst  mit  der  Waffe  offenkundig  nicht  Geeigneten  (das
sind  solche,  die  mit  dem  Mangel  eines  Fußes  oder  einer  Hand,  mit  Erblindung
  beider  Augen,  Taubstummheit,  Kretinismus,  gerichtlich  erklärtem
Irrsinn,  Wahnsinn  oder  Blödsinn,  oder  mit  sonstigen  Geisteskrankheiten
behaltet  sind),  wenn  über  das  betreffende  Gebrechen,  bezw.  Leiden  ein  entsprechender
  Nachweis  bei  der  Musterung  vorliegt.

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