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Steht gebaut aud fehneeigem Glanz, Denn die Mauer, fie fteht in der Runde.
Zum Bewet3 dem ungläubigen Kinde. Da maht e8 die Mutter zur Strafe
Da muß ed der Mutter nun jagen der dem SKeraben,
Knabe, Den Meg dur die Mauer zu brechen.
Er wedt fie vom Schlaf mit der Kunde. Da muß er nun jehaufeln, da muß er
Da hört er die Reiter, fie ziehen im nun graben;
Trabe, Und ald er mit Hauen und Stedyen
Und möchte fe fehen zur Stunde. Durch ift, find die Reiter fort,
Do zur Straf’ e8 ihm gejchieht, Und die Nachbarn ftehn am Drt,
Daß er nicht die Reiter fieht; Die fih über dad Wunder befprechen.
($r. Rüdert.)
15. Die Bofaune des Gerichts.
Gerade dort, wo die Gemarfungen zweier Dörfer fich frheiben,
mitten im Walde, wurde in der Yrühlingsnacht zur Zeil des Voll
mondes eine Jchreliche That vollbradt. Ein Dann fniete auf einem
andern, ber Ieblo8 dalag. Eine Wolfe verhüllte das Antlik des
Deondes; die Nachtigall hielt inne mit ihrem jehmetternden Gefange,
al der Knieende den Dahingeftredten ausjuchte, und Alles, was er
fand, zu fich ftedte. Sgebt nahm er ihn auf die Schulter und wollte
ihn an den Strom, der ferner raufchte, hinabtragen, um ihn Dort zu
verjenfen. Plöslich blieb er jtehen, Ffeuchend unter der todten Yalt.
Der Mond war herausgetreten und warf fein fanftes Licht Durch Die
Stämme, und ed war, als ob auf den Strahlen de8 Mondes die
Töne eines herzzerreißenden Liebes getragen würden. Ganz nahe blies
ein Pojthorn die Weite des Liedes: „Denfft du daran?” Dem Tragenden
ward, mie wenn bie Leiche auf feinem Rüden lebendig würde
und ihn erwürge. Schnell warf er die Laft ab und fprang Davon,
immer meiter und weiter. Gnblih am Strome blieb er ftehen und
laujhte Hin; Alles war ftill, und nur die Wellen floffen fchnell dahin,
als eilten fie fort von dem Mörber. Diejer ärgerte fi) jebt, Daß er
die Spuren feiner That nicht vwertilgt Habe und fi von fonderbarer
Surcht forttreiben Tief. Er eilte nun zurüd, wandelte Hin und her,
bergauf und bergab, der Schweiß ranı ihm von der Gtirm; e8 war
ihm, ald ob er Blei in allen Gliedern hätte. Mancher Nachtoogel flog
auf, wenn er jo durchs Dieicht drang, aber nirgends fand er das
Gejugte. Er Hielt an, um fich zurecht zu finden, um fich die Gegend
genauer zu vergegenwärtigen; aber faum war er breit Schritte gegangen,
jo war er in. der Irre. Alles flimmerte vor feinen Mugen, und e8 war
ihm, wie wenn bie Bäume aufs und nieberwandelten und ihm den Weg
peritellten.. Der Morgen brach endlich an; Die Vögel fchwangen fich
auf und jangen ihre hellen Lieder, vom Thale und aus den Bergen
hörte man Peitiejen fnallen. — Der Mörder machte fich eiligft davon.
Die Leiche wurde gefunden umd nach dem Dorfe gebracht, in bei.
jen Gemarkung fte lag. An der rechten Schläfe trug der entfeelte
Körper Spuren eined Schlages, wie von einem fcharfen Steine. Kein
MWanderbuch, fein Kennzeichen war zu finden, aus dem man bie Her
funft des Entjeelten entnehmen fonnte. Auf dem Kirchhofe, der neben
der Kirche Hoch oben auf dem Hügel Yiegt, an beffen Fuß die Canb-