— 344 -
von Guropa aus Gebirgs= und Hochland, von welchen jedoch die
große ungarifche und lombardijche Ebene eine Ausnahme machen.
Das Höhite Öchirgsland Europa’s ift die Schweiz, von wo
der Boden fi) nach allen Seiten zu jenft und endlic, gegen Die Nord:
und Ojtjee in flache Tiefebenen, welche die ebenften und niebrigjten
Yänter Guropad bilden, ausläuft. Das größte europätfche Gebirge find
die Alpen in der Schweiz und in Stalien, welche fi von da in
viele Ajte nach verjchiedenen Richtungen ausbreiten.
Deit Einfhluß der Snfeln, welche über 14,000 Quabratmeilen
enthalten, jchäßt man den Slächheninhalt Guropad® auf 184,000
Duadratmeilen. —
In Hinfiht der Witterung bemerken wir in Guropa eine große
Verichiedenheit. Die Wärme nimmt nicht im Allgemeinen bloß nad
Norden, jondern auch nah Dften ab. Die Weftwinde bringen
Seuchtigfett und Negen, die Ofiwinde Trodenheit, die Sübwinde
Wärme, die Nordwinde Kälte. Die Oftwinde fteigern eben fo wohl
die Sommerhiße, al3 die MWinterfälte, Die Weltwinde aber mildern die
Hıke im Sommer, wie die Kälte im Winter. Sm den weitlichen Gegenden
regnet e8 häufiger, al83 ın ben öftlichen und füblichen — und
wenn aud während be3 Sommers im Süden die Wärme und während
des Winterd int Norden Die Kalte groß ift, jo ift fie Doch erträglih
und mit Recht jagt man daher: Curopa hat im Ganzen ein
gemäßigtes Klima,
Sm Rüdfiht De3 Klima’8 fanın man e8 von Süden nad) Norden
in 3 Erdftrihe eintheilen: 1. in den warmen, wo ber Gitronenbaum
fortfommt (Bortugal, Spanien, Süd- und Mittelitalien, Oriechenland
und die fübliche Türkei); 2. in den gemäßigten, wo der Öetreide-
und Obftbau durchgehends gedeihen (Franfreih, Großbritannien,
Niederlande, Deutfchland, Schweiz, Ungarn, Süd- und Mittelrußland,
Dänemark ımd das fürliche Schweden und Norwegen); 3. in ben
falten, wo dad Pflanzenleben immer mehr abnimmt und nur Nenn:
thiermoog, i8ländifches Mioo8, Preijelbeeren, Wachholderbeeren, zwergbafte
Kiefern und Birfen fortfommen (Nordjfandinavien und Norb>
rußland 613 zum Ural).
Bid auf den Hund, den freuen Begleiter der Menfchen, und Das
Rennthier verjehwinden hier auch alle Hausthiere, welche fonjt in
ganz Guropa ziemlich viefelben find. Sedo hält man den Cfel nır
in der füplichen Hälfte, Kameele nur in einzelnen Gegenden ber
Türfei und im Süden Ruflant3, im äuferften Norden dagegen ba
Rennthier. Von den wilden Thieren findet fi das wilde Schaf
(Argali) no in Korfifa und Sardinien, der Nuerohjenod in einem
Malde MWeftrußlandg, das Elenthier in Rupiand und Preußen, der
Steinbod auf den Alpen ift aber faft ausgeftorben. Cine Eleine
Affenart Lebt zmwifchen den 1400 Fuß hohen Felfen von Ötbraltar
in Spanien. Hirjche, Rehe und wilde Schmeine find fajt überall,
bie nörblichften Gegenden ausgenommen. Dem Norden find bie eigent«