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noch in Gelde, weder von der Zunft, noch von den einzelnen Zunftgenossen, bey Strafe
doppelten Ersahes, etwas abgefordert werden.
Uebrigens soll bey künftiger Revision der besonderen Artikel jeder Zunft darauf ge-
sehen werden, die von neuen Meistern zu entrichtenden Gebühren und Abgaben aller Orten,
soviel möglich, gleichförmig zu halten, und, wo lich ein Uebermaß sindet, die Ansäte nach
Villigkeit zu ermäßigen.
6. 120.
Wer nun den in allen obstehenden Punkten enthaltenen Vorschriften Genüge geleistet
hat, soll vor versammelter Zunft, nach vorgängigem, dem Zunstvorsteher zu leistenden
Haudgeläbnh, daß er den Vorschriften dieser alllemeinen Zunftordnung sowohl, alé den
besonderen Artikeln der Zunft sich gemäß halten wolle, ohne weilern Anstand mitteist Ein-
tragung in das Meisterbuch zum Mitmeister und Zunstgenossen angenommen wereen und
ist dann sofort zum Genuß und zur Ausübung aller Rechte und Freyheiten eined Meisters
und Zunftgenossen zuzulasse n.
Eintragung in das Meisterbuch geschieht von dem obrigkeitlichen Abgeordneten
mit Bemerkung deo Vor= und Zunamens, des Geburtsortes, des Alters, des Tagec der
Aufnahme, der Lehr= und Wanderzeit, öoder der diesfallsigen Dispensation, der Verfertigung
des Meisterstuckec und dec Betrages der gezahlten Gebühren.
30.
Lein Handwerker oder Künstler kann bey einer inländischen Zunft bas Meisterreche
erwerben, weniger noch dasselbe ausüben, wenn er nicht im Lande seinen Wohnsitz hat, und
sich darin wesentlich aushält. Eben so geht das schon erworbene Meisterrecht verloren, wenn
der Mcister seinen Wohnsih außerhalb den Grenzen des Großherzogthumes ausschlägt. Nur
aus besonderen Gründen bleibt es der Landcs-Direction vorbehalten, in dem einen, wie in
dem andern Falle, eine Ausnahme, nach Befinden, mit Einschränkungen, auohusprechen.
. 13.
Derjenige, welcher auf sein Meisterrecht frepwillig und ohne daß er sich in einem Falle
befindet, welcher den Verlust des Meisterrechtes für immer nach sich zieht, Verzicht leistet,
kann zwar wieder eintreten; er muß aber alle seit seinem Austritte sänig gewordenen
Zunstbeyträge nachzahlen und das Jungmeisteramt von Neuem, bis ein anderer nach ihm
einrückt, übernehmen auch bey noch geschlossenen Znften so lange warten, bis eine Mel-
seersele erledigt w
Der h- uetritt wird vermuthet, wenn ein Meister uͤber zwey Jahre abwe-
send ist, und während der Zeit die gewöhnlichen Beyträge nicht einsendete.
. 132.
Das Reisterrecht geht verloren:
1) durch jede die Ehrlosigkeit mit sich führende Strafe;