Full text : Großherzoglich Sachsen Weimar-Eisenachisches Regierungs-Blatt aufs Jahr 1830. (14)

22

Von  den  Quartier-  Gebern  darf  aber  in  keinem  Falle  glatte  oder  rauhe
Fourage  anders  als  in  der  nachfolgend  bestimmten  Art  verlangt  werden.

Die  Fourage-Lieferung  wird  für  einen  von  dem  Königl.  Preußischen  Etapen-Inspektor
  zu  bestimmenden  Zeitraum,  in  desselben  oder  seines  Bevollmachtigten
  Gegenwart,  durch  die  Großherzogl.  Behörden  öffentlich  an  den  Mindestfordernden
  nach  Weimar'schem  Maß  und  Gewicht  versteigert.  Der  nur  erwähme
Königl.  Inspektor  ist  berechtiget,  einen  zweyten  Versteigerungs  =  Termin  zu  verlangen
  und  abhalten  zu  lassen,  wenn  die  Preise  des  ersten  Termins  ihm  zu  hoch
scheinen,  in  welchem  Falle  auch  Ausländer  konkurriren  können.  Der  letzte  Termin
  ist  aber  in  jedem  Falle  entscheidend  und  darf  der  Lieferant  die  im  Großherzogl.
  Weimar'schen  Lande  angekaufte  Fourage  ohne  Erlaubniß  der  Landesbehörde
nach  auswärtigen  Etapen  nicht  ausführen.

Die  Bezahlung  für  die  von  den  Lieferanten  aus  den  Magazinen  verabreichte
Fourage  wird  durch  die  Königl.  Etapen-Inspektoren  sofort  nach  erfolgter  Liquidation
  der  darüber  vorgelegten  Rechnung  und  Ouittungen  2c.  an  die  Lieferanten
ohne  Abzug  entrichtet.

Die  Fourage  wird  gegen  ordnungsmäßige,  von  den  Königl.  Etapen-Inspektoren
  zu  visirende  Quittungen  der  Empfänger  aus  den  Magazinen  nach  obigem
  Maß  und  Gewicht  abgegeben,  Die  dabey  etwa  entstehenden  Streitigkeiten
sollen  von  der  Etapen-Behörde  sofort  regulirt  und  entschieden  werden.

Wenn  die  Zett  es  nicht  erlaubt,  die  Fourage  aus  den  Etapen-Magazinen
beyzuschaffen,  und  die  zu  dem  Etapen-Bezirke  gehörenden  bequartierten  Ortschaften
  müssen  unvermeidlicherweiße  die  Fourage  im  Orte  selbst  liefern,  so  steht  es
den  Gemeinden  jederzeit  frey,  solche  nach  Weimar'schen  Maß  und  Gewicht  selbst
auszugeben,  und  haben  die  Kommandirten  der  Detaschements  dieselbe  von  den
Ortsobrigkeiten  zur  weitern  Distribution  gegen  ordnungömaßige,  gehörig  autorisirte
  Quittungen  in  Empfang  zu  nehmen.

Im  Falle  die  Quittungen  überhaupt  verweigert,  oder  vor  dem  Abmarsche
der  Truppen  den  Ortsobrigkeiten  gar  nicht  eingehändigt  werden,  so  soll  die
von  der  Etapen-Behörde  pflichtmäßig  geschehene  Attestation  der  auf  der  Marsch-Route
  geleisteten  Lieferungen  bey  der  Liquidation  als  gültige  Quittung  angenommen
  werden.  6

Die  Königl.  Preußische  Etapen-Behörde  bezahlt  an  die  Großherzogl.  Sachsen
  Weimar'sche  Regierung  zur  weitern  Vertheilung  an  die  Ortsobrigkeiten
für  die  von  diesen  letzteren  unvermeidlich  gelieferte  Fourage  den  nahmlichen  Preiß,
welchen  die  Lieferanten  erhalten  haben  wurden,  wem  aus  den  Magazinen  wäre
souragirt  worden.