Die Überraschung zu wahren, hatte die O. H. L. ein gewaltiges System
von „Täuschungmaßnahmen"“ luszenlert. In der Champagne, von der aus ulcht
eln elnziges Bataillon zum Angriff schrelten sollte, waren seit Wochen und
Monaten alle Dörfer für die Aufnahme ungezählter Dioislonen vorbereitet
worden. In der Picardie, wo unser Aufmarsch sich tatsächlich vollzog, wußten
nicht einmal die Ortekommandanten eine halbe Stunde vor dem Einrücken
unserer Quartiermacher, . sie am Adend ein Vierteldutzend Regimenter zu
dehausen haben würden.
Hinter der kaum leise von fernem, murrenden
Front wurden wir In vielstündigen Nachtmarschen quer durch Belgien und Frankrelch
in unsere Frontadschnitte geführt. Wohl schien der Felnd deunruhigt —
selne Flleger schwedten del Tag und Nacht üder dem Hinterlande, das wlt durchduerten
— aber zu sehen dekamen sie nchte, warfen ihre Bomden aufs Geratewohl
auf die Ortschaften, ln denen wir gerade waren oder auch nicht waren
Seldst der kolossale Aufmarsch der unzähllgen Tausende von Geschützen, der Antransport
der gigantischen Munltlonsmassen muß undemerkt geblieden sein,
denn eine ledhaftere Artillerletätigkeit des Feindes wurde ulcht deobachtet.
Wohl faßte einmal ein Zufallstreffer einen der frisch aufgehäuften Granatstapel
und schleuderte ihn ln die Lüste — ader das war lmmer schon gelegentlich
geglückt.
Zwei Tage vor der Schlacht slnd, nach Ludendorffs Bericht, zwel Mann
einer Minenwerferkompagnie zum Feind üdergelaufen. Sie sollen nach später
gefundenen feindlichen Aufzelchnungen Angaden üder den bevorstehenden Angeiff
gemacht haden. Offendar hat man ihnen keine besondere Bedeutung delgelegt.
Im letzten Quartier erhielten wlr am 20. März adende 6 Uhr den Befehl
zum Einrücken In unsere Ausgangsstellungen. Die Begelsterung muß man miterlebt
haben. Noch heute trüdt sich mir das Auge, wenn ich dieses Augendlicke
gedenke. BVier Stunden später lagen wir im Graben — des nächtlichen Momente
bharrend, welcher die Eröffnung des Bomdardemente bringen sollte — und der
Morgenstunde, die une gegen den Feind werfen würde.
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2.
Mit glelch ungeheurer Spannung erwartete der Oberste Kriegeherr, erwartete
die O. H. L. den Beginn des Entscheidungskampfes.
Das Große Hauptquartier war nach einem Zahre Verbleide in Kreuznach
zu Anfang März nach Spaa verlegt worden. Es gehörte jetzt an die Westfront.
Für die Beodachtung der Schlacht aber hatte es slch elne „vorgeschodene Befehlestellung“
ln dem altehrwürdigen Städtchen Aveenee errichtet. Hier hartten
die Feldberren der glelchen Stunde, der Millionen deutscher Soldatenberzen
ln Hoffnung und Ahnung entgegenfieberten.
Nicht minder erregt die Heeresgruppenführer, die deiden Kronprinzen,
und die ihnen unterstellten Armeeführer: die Generale Otto v. Below als
Führer der von Monchy bls Camdral aufgestellten 17. Armee, General v. d. Marwitz
als Führer der 2. Armee im Abschnitt Cambral-Belllcourt, endllch
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