Nr. 28. 487
(2) Das Staatsministerium des Innern behält sich vor, die Kennzeichnung dieser
Pferde anzuordnen.
§ 247 (235).
Die seuchenkranken Pferde sind, sofern der Besitzer nicht ihre Tötung vorzieht, für die
Dauer der sichtbaren Erkrankung und außerdem von dem durch den Bezirkstierarzt festgestellten
Verschwinden der sichtbaren Krankheitserscheinungen an noch für 3 Jahre folgenden
Beschränkungen zu unterwerfen:
a) Die seuchenkranken Hengste dürfen nicht mit gesunden Stuten und die seuchenkranken
Stuten nicht mit gesunden Hengsten in einem Stallraum untergebracht
werden. Der Besitzer hat Anordnungen und Einrichtungen zu treffen, die eine
geschlechtliche Berührung der kranken Pferde mit gesunden wirksam verhindern.
b) Ein Wechsel des Gehöfts darf ohne distriktspolizeiliche Genehmigung nicht stattfinden.
Wird die Genehmigung zur ÜUberführung in einen anderen Polizeibezirk
erteilt, so ist die Distriktspolizeibehörde — für außerbayerische Gebietsteile des
Deutschen Reichs die Ortspolizeibehörde — des Bestimmungsorts von dem bevorstehenden
Eintreffen der Pferde rechtzeitig zu benachrichtigen. Sie hat sich von
dem Eintreffen der Pferde zu vergewissern und veranlaßtenfalls über den Verbleib
Ermittlungen anzustellen.
c) Die Kastration seuchenkranker Hengste darf nur von Tierärzten vorgenommen werden.
* 248 (236).
(1) Tritt die Beschälseuche in größerer Ausdehnung auf, so kann die Regierung,
Kammer des Innern, für die Dauer der Gefahr
a) im gefährdeten Bezirke die Zulassung von Pferden zur Begattung zeitweise verbieten
oder allgemein von einer amtstierärztlichen Untersuchung der Pferde abhängig
machen; im letzteren Falle kann sie auch anordnen, daß alle deckfähigen Hengste
alle 2 Wochen amtstierärztlich untersucht werden;
b) ein Beobachtungsgebiet bilden, aus dem die Ausfuhr von deckfähigen Hengsten
und Stuten nur mit distriktspolizeilicher Genehmigung erfolgen darf. Die Genehmigung
darf nur auf Grund einer amtstierärztlichen Bescheinigung über die Unverdächtigkeit
der Pferde erteilt werden.
(2) Als deckfähig sind in diesen Fällen in der Regel Hengste im Alter von mehr als
1 Jahre und Stuten im Alter von mehr als 2 Jahren anzusehen.