Full text : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1858. (42)

272

ten  Theil  der  erkrankten  Stücke,  zuweilen  mehr  als  die  Hälfte  derselben  hinweg.
  Es  liegt  daher  im  eigenen  Interesse  eines  jeden  Besitzers  von  Rindvieh,
nach  Kräften,  insbesondere  auch  durch  Unterstützung  der  bezüglichen  polizeilichen
  Anordnungen,  der  Entstehung  und  Verbreitung  der  Lungenseuche  entgegen
zu  wirken.

Zu  diesem  Behufe  empfiehlt  sich  außerdem

1)  die  Vermeidung  des  Ankaufes  von  Rindvieh  oder  von  Heu  und  Stroh
aus  Gehöften,  ja  aus  Gegenden,  in  welchen  zumal  innerhalb  des  letzten
  Jahres  die  Lungenseuche  vorgekommen  ist,

2)  die  Vermeidung  der  Zusammenstellung  neu  eingekaufter  Stücke  mit  anderen,
  bis  man  sich  von  ihrer  Ungefährlichkeit  genügend  überzeugt  hat
und

3)  die  größte  Vorsicht  in  Benutzung  fremder  Ställe,  sowie  der  Eisenbahn
zum  Vieh-Transporte  u.  s.  w.

 

III.  Mit  dem  1.  September  dieses  Jahres  wird  das  Großherzoglich  Oldenburgsche
  Nebenzollamt  I  zu  Varrelgraben  nach  Wahrthurm  verlegt
und  der  am  letzteren  Orte  bereits  errichtete  Ansageposten  mit  demselben  in  der
Art  verbunden  werden,  daß  er  als  solcher  für  das  Hauptzollamt  Delmenhorst
  dient.

Dem  hiernach  zu  Wahrthurm  errichteten  Nebenzollamte  1  wird  die  Befugniß
  beigelegt:

1)  zur  Ausstellung  von  Begleitscheinen  I  und  1  für  die  Effekten  und  kleinen
  Waarenmengen,  welche  von  Reisenden  über  dasselbe  ein=  und  durchgeführt
  werden;

2)  zur  Erledigung  von  Begleitscheinen  I.

Unter  Bezugnahme  auf  die  Ministerial-Bekanntmachung  vom  8.  September
  1854  (S.  333  des  Regierungs-Blattes  von  dem  genannten  Jahre)  wird
dieses  hiermit  zur  öffentlichen  Kenntniß  gebracht.

Weimar  am  3.  August  1858.

Großherzoglich  Sächsisches  Staats-Ministerium,
Departement  der  Finanzen.
Für  den  Departements-Chef.
K.  Bergfeld.