e der Deutlichkeit wegen nach d und t, wo ihn
das Mhd. nicht kennt: redte, rette = redete.-Die
Grenzen zwischen starker und schwacher Ver-Konjugation
beginnen sich im Nhd. vielfach zu sun
verwischen: mhd. nigen -- neic — nigen — genigen und
wird nhd. schwach: neigen, neigte, geneigt, bannen schwacher
— bien — gebant — bannen, bannte, gebannt, ebenso ,Konspannen
— spien — gespant -= spannen, spannte, MEN.
gespannt u. a. m. AÄnderseits sind einige mhd.
schwache Verben im Nhd. stark geworden: Preisen,
schweigen, weisen, Praeteritum: pries, schwieg, wies.
Die Keime zu dieser Entwicklung finden sich schon
im Mhd. und die nhd. Dialekte sind darin noch
viel weiter gegangen.
$ 27.
Die neuhochdeutsche Rechtschreibung.
Als man im 8. Jahrhundert anfıng, althochdeutsche
Wortformen schriftlich aufzuzeichnen, da
bediente man sich zu diesem Zwecke nicht mehr
des einheimischen Runenalphabets (s. $ 3, S. 18),
sondern ausschliesslich des lateinischen Alphabets.
Das alte Wort für ‚schreiben‘ writan, engl. write
(vgl. reissen = zeichnen in Keissbrett, Grundriss)
wurde nun verdrängt durch das lat. Lehnwort
scribere —= ahd. scriban = nhd. schreiben. Das
lateinische Alphabet hatte zwar für manche deutsche
Laute wie (engl.) th oder w, ferner für die verschobenen
Affrikaten pf, tz, kch, auch für die durch
Umlaut getrübten Vokale keine entsprechenden
Zeichen, aber es konnte doch mit leichten Anpassungen
dem gewollten Zwecke dienstbar gemacht
werden. Natürlich wurden mit der Uebernahme