Volltext : Regierungs-Blatt für das Großherzogthum Sachsen-Weimar-Eisenach auf das Jahr 1881. (65)

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nicht  die  Großherzogliche  Staatsregierung  mit  der  Regierung  eines  benachbarten
Staates  ein  vertragsmäßiges  Abkommen  abgeschlossen  haben  wird,  nach  welchem
den  betreffenden  thierärztlichen  Beamten  bezüglich  Behörden  des  letzteren  die
Abgabe  dieser  Obergutachten  zu  übertragen  ist.

II.  Entschädigung.
§  7.
Die  in  Gemäßheit  der  Bestimmungen  des  Reichsgesetzes  und  des  gegenwärtigen
  Gesetzes  zu  leistende  Entschädigung  wird  gewährt:

1)  für  die  auf  polizeiliche  Anordnung  getödteten  oder  nach  dieser  Anordnung
an  der  Seuche  gefallenen  Thiere,  sofern  dieselben  mit  der  Rotzkrankheit
oder  Lungenseuche  behaftet  oder  wegen  Verdachts  derselben  getödtet
worden  waren,  von  den  Verbänden  der  Viehbesitzer  (§  26  dieses  Gesetzes),

2)  in  allen  anderen  Fällen  von  der  Staatskasse.

8B.

In  den  Fällen  des  §  62  des  Reichsgesetzes  wird  eine  Entschädigung

nicht  gewährt.
§  9.

Der  gemeine  Werth  der  auf  polizeiliche  Anordnung  getödteten  oder  nach
dieser  Anordnung  an  der  Seuche  gefallenen  Thiere  (§  59  des  Reichsgesetzes)
muß  thunlichst  noch  vor  der  Tödtung  behufs  Ermittelung  der  Entschädigung
durch  Schätzung  festgestellt  werden.

Die  Schätzung  der  dem  Besitzer  zur  Verfügung  bleibenden  Theile  erfolgt
sogleich  nach  Feststellung  des  Krankheitszustandes  des  Thieres.

Behufs  dessen  wird  in  dem  einzelnen  Falle  eine  Kommission  gebildet,
welche  aus  dem  beamteten  oder  einem  besonders  dazu  verpflichteten  Thierarzie
und  zwei  Schiedsmännern  besteht.

810.

Für  jeden  Verwaltungs-Bezirk  sollen  durch  den  Bezirks-Ausschuß,  aus  den
sachverständigen  Eingesessenen  des  Bezirks  alljährlich  gegen  Ende  des  Jahres
diejenigen  Personen  in  der  erforderlichen  Anzahl  bezeichnet  und  öffentlich  be—
kannt  gemacht  werden,  welche  für  die  Dauer  des  nächsten  Jahres  zu  dem  Amte
eines  Schiedsmannes  zugezogen  werden  können.  Vor  der  Bekanntmachung
sind  die  bezeichneten  Personen  durch  den  Bezirks-Direktor  zu  benachrichtigen.