Kontumazlalfolgen bei der Negatorienklage. 215
Tit. VII §S. 7: „es sei Vater oder Mutter“ — beide
Ehegatten in dieser Beziehung ausdrücklich einander
gleich. Im §. 9 ist das Verhältniß des überlebenden
Ehegatten zu den Ascendenten des verstorbenen
regulirt und ganz allgemein bestimmt, daß nach vorweg
getilgten Passiven dem Ueberlebenden zwei
Drittheile, den Eltern und Großeltern aber, es seien
deren eines oder zwei, ein Drittheil des Vermögens
zufallen solle. Nach der Auffassungsweise
des Revidenten wäre nun der zu vertheilende Vermögensbestand
ein ganz anderer, wenn der Mann
die Frau, als wenn diese ihren Mann überlebte,
was das Gesetz bei der Allgemeinheit seiner Disposition
gewiß nicht beabsichtigt haben kann. ....
Mit eben so wenig Erfolg beruft sich der Beklagte
auf die Vorschriften im §. 19, denn die bevorzugte
Stellung, welche in Ansehung der Verwaltung
und des Genusses des Vermögens der Kinder
ihrem Vater eingeräumt ist, berechtigt noch nicht
zu dem Schlusse, daß, wenn ihre Mutter zuerst
stirbt, die Errungenschaft nicht einen Bestandtheil
ihres Nachlasses ausmache.
OAGErk. v. 28. Sept. 1860 Rr. 140
2.
Ist der mit der Antwort auf die Negatorienklage kontumazirte
Beklagte zum Beweise der Dienstbarkeit zuzulassen?
Die Hospitalstiftung zu A., aus deren Waldungen
J. H. als Besitzer eines Anwesens zu M. jährlich
eine Klafter Rechtholz und zwar, wie die Stiftung
behauptet, nur in mittlerer Qualität und in
einer dem jedesmaligen Holzhiebe entsprechenden
Mischung zu beziehen hat, war gegen diesen Forstrechtler,
weil er seine Klafter ohne Rücksicht auf den
Holzhieb zu einem Theile in weichem und zum an-