Uebergaugsfragen. 329
Den Begriff der Hypothek hat das BGB. in § 1113 dahin festgelegt,
daß dieselbe das Recht darstellt, die Zahlung einer bestimmten Geldsumme
zur Befriedigung wegen einer Forderung aus dem Grundstücke zu verlangen.
Da schon diese Begriffsbestimmung ihrer Natur nach den zulässigen
Inhalt des Hypothekrechts feststellt, so könnte die Bestimmung des § 1136
BGB. nicht etwa noch den Zweck haben, eine schon gemäß 8 1113 a. a. O.
unzulässige Steigerung oder Erweiterung des Inhalts des Hypothekpfandrechts
zu verbieten.
Schon hieraus ergiebt sich, daß auch das BGB. wenn es in dem
genannten § 1136 eine Vereinbarung, durch die sich der Eigenthümer dem
Glänubiger gegenüber verpflichtet, das Grundstück nicht zu veräußern oder
nicht weiter zu belasten für nichtig erklärt, eine solche Vereinbarung als
eine zwar wirthschaftlich zur weiteren Erhöhung der Macht der Hypothekengläubiger
bestimmte und deshalb von ihm verbotene betrachtet, dieser Grund
des Verbots aber nichts daran ändert, daß das verbotene Recht ein außerhalb
des Hypothekenrechts stehendes selbständiges Recht ist.
Zur absoluten Gewißheit aber wird das durch die Erwägung, daß
die eigentliche Bedeutung des § 1136 gar nicht nach der dinglichen, sondern
ausschließlich nach der obligatorischen Seite hingeht.
Was die dingliche Wirkung anlangt, so bedürfte es der Spezialvorschrift
des § 1136 überhaupt nicht, da schon die allgemeine Norm des
§ 137 die dingliche Unwirksamkeit des Verfügungsverbotes, auch eines
solchen zu Gunsten eines Hypothekgläubigers ergiebt, während allerdings
dasselbe nach § 137 obligatorisch wirksam wäre. Nun kann man sich vorstellen,
daß eine weitere dingliche Rechtswirkung zum Rechtsinhalt eines
Pfandrechts gehört und die vertragsmäßige Bemessung eines solchen weiteren
Rechtsinhaltes von dem einen Gesetz nicht erlaubt und von dem anderen
Gesetz verlangt wird.
Man kann sich aber nicht vorstellen, daß irgend ein obligatorisches
Recht zum Inhalt eines Pfandrechts, also eines dinglichen Rechts gehöre.
Liegt aber die eigentliche Bedeutung des § 1136 BGB. in der
Ungültigkeitserklärung der Belastungs= und Veräußerungsverbote der
Hypothekgläubiger nach obligatorischer Richtung, so kann das BGB. im
§ 1136 das Belastungs= und Veräußerungsverbot nicht als eine unzulässige
Steigerung des Inhalts des Hypothekrechts aufgefaßt haben, vielmehr nur
als ein gesondertes, zu den gleichen wirthschaftlichen Zwecken dem Hypothekgläubiger,
und zwar in Anbetracht der vorausgegangenen Bestimmungen
des § 137 von vorneherein nur mit obligatorischer Wirkung, einzuräumendes
Recht. Es hat die Verfügungsbeschränkung zu Gunsten eines Hypothekgläubigers
nicht deshalb in § 1136 verboten, weil es dieselbe als eine
unzulässige Erweiterung der pfandrechtlichen Befugnisse erachtete, welche