thumbs : Regierungsblatt für das Königreich Württemberg vom Jahr 1893. (70)

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Das  Zeugniß  muß  von  solcher  Beschaffenheit  sein,  daß  die  Herkunft  der  Thiere
und  der  bis  zur  Eintrittsstation  zurückgelegte  Weg  mit  Sicherheit  verfolgt  werden  kann;
die  thierärztliche  Bescheinigung  muß  sich  ferner  darauf  erstrecken,  daß  am  Herkunftsorte
und  in  den  Nachbargemeinden  innerhalb  der  letzten  40  Tage  vor  der  Absendung  die
Rinderpest  oder  eine  andere  Seuche,  hinsichtlich  deren  die  Anzeigepflicht  besteht,  und  die
auf  die  betreffende  Thiergattung,  für  welche  diese  Zeugnisse  ausgestellt  sind,  übertragbar
ist,  nicht  geherrscht  hat.

Für  Nindvieh  sind  Einzelpässe  auszustellen,  für  Schafe,  Ziegen  und  Schweine  sind
Gesammtpässe  zulässig.

Die  Dauer  der  Giltigkeit  der  Zeugnisse  beträgt  acht  Tage.  Läuft  diese  Frist
während  des  Transports  ab,  so  muß,  damit  die  Zeugnisse  weitere  acht  Tage  gelten,  das
Vieh  von  einem  staatlich  angestellten  oder  von  der  Staatsbehörde  hiezu  besonders  ermächtigten
  Thierarzte  neuerdings  untersucht  werden,  und  ist  von  diesem  der  Befund  auf  dem
Zeugnisse  zu  vermerken.

Bei  Eisenbahn=  und  Schiffstransporten  muß  vor  der  Verladung  eine  besondere
Untersuchung  durch  einen  staatlich  angestellten  oder  von  der  Staatsbehörde  hiezu  besonders
ermächtigten  Thierarzt  vorgenommen  und  der  Befund  in  das  Zeugniß  eingetragen  werden.

3)  Bei  der  Ankunft  der  Biehtransporte  in  Friedrichshafen,  welche  der  Hafendirektion
rechtzeitig  anzumelden  sind,  hat  der  beamtete  Thierarzt  oder  dessen  Stellvertreter  die
vorgeschriebenen  Zeugnisse  zu  prüfen  und  die  einzuführenden  Thiere  auf  ihren  Gesundheitszustand
  einer  sorgfältigen  Untersuchung  zu  unterziehen.  Ergibt  sich  hiebei  kein  Anstand,
so  ist  dies  auf  dem  Zeugnisse  zu  vermerken  und  von  der  Hafendirektion  der  Uebertritt
über  die  Grenze  vorbehältlich  der  zollamtlichen  Abfertigung  zu  gestatten.

Die  Kosten  der  thierärztlichen  Untersuchung  sind  von  dem  Einführenden  zu  tragen
und  vorschußweise  zu  hinterlegen.

4)  Viehtransporte,  die  nicht  mit  vorschriftsmäßigen  Nachweisen  (vergl.  Ziffer  2)
versehen  sind,  ferner  Thiere,  die  bei  der  thierärztlichen  Untersuchung  mit  einer  ansteckenden
Krankheit  behaftet  oder  einer  solchen  verdächtig  befunden  werden,  endlich  Thiere,  die  mit
kranken  oder  verdächtigen  Thieren  zusammen  befördert  oder  sonst  in  Berührung  gekommen
sind,  sind  zurückzuweisen.  Findet  eine  solche  Zurückweisung  statt,  so  ist  der  Grund  der
Zurückweisung  von  dem  beamteten  Thierarzt  auf  dem  Zeugnisse  (vergl.  Ziffer  2)  anzugeben
und  mit  seiner  Unterschrift  zu  bestätigen.  Auch  ist  die  Zurückweisung  und  der  Anlaß