Metadata : Der Mündliche Vortrag. Dritter Teil. Schönheit des Vortrags. (3)

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Vortrag  des  Epischen.

Die  Felsen  sind  davon  gefärbt,  es  tragen
Die  Dornen  seiner  Haare  blut'gen  Raub.
Ich  lange  bei  ihm  an,  ruf  ihn  mit  Namen  —
(Tont##te  und  Zeitmaß  abnehmend.)
Er  streckt  mir  seine  Hand  entgegen,  öffnet
Ein  sterbend  Aug'  und  schließt  es  alsbald  wieder.
Mꝛit  halber  Stimme,  schwach,  sterbend.)
„Der  Himmel“,  spricht  er,  „entreißt  mir  mit  Gewalt
„Ein  schuldlos  Leben.  O  wenn  ich  dahin,
„Nimm,  teurer  Freund,  der  ganz  verlassenen
„Aricia  dich  an!  —  Und  kommt  dereinst
„Mein  Vater  zur  Erkenntnis,  jammert  er
„Um  seinen  fälschlich  angeklagten  Sohn,
„Sag'  ihm,  um  meinen  Schatten  zu  versöhnen,
„Mög'  er  an  der  Gefangnen  gütig  handeln,
„Ihr  wiedergeben  was  —“
(Langsam,  schmerzlich,  nur  halblaut.)
hier  hauchte  er
Die  Heldenseele  aus;  in  meinen  Armen
Blieb  ein  entseelter  Leichnam  nur  zurück,
Ein  traurig  Denkmal  von  der  Götter  Zorn,
Unkenntlich  selbst  für  eines  Vaters  Auge.

Die  nachfolgende  Erzählung  ist  in  lebendiger  Tonart,  mit

keckem,  züisüigen  hier  und  da  etwas  trotzigem  Tone  vorzutragen.

Das  Zeitma

ist  belebt.

(Berichtend.)
Kein  Jahr  ist's  noch  daß  ich  mich  selbst  gefunden;
Denn  bis  dahin  lebt'  ich  mir  selbst  verborgen,
Nicht  ahnend  meine  fürstliche  Geburt.
Mönch  unter  Mönchen  fand  ich  mich,  als  ich
Anfing  zum  Selbstbewußtsein  zu  erwachen,
Und  mich  umgab  der  strenge  Klosterzwang.
Der  engen  Lebensweise  widerstand
Der  mut'ge  Geist,  und  dunkel  mächtig  in  den  Adern
Empörte  sich  das  ritterliche  Blut.

(Erzählend,  kräftiger.)
Das  Mönchsgewand  warf  ich  entschlossen  ab,
Und  floh  nach  Polen,  wo  der  edle  Fürst
Von  Sendomir,  der  holde  Freund  der  Menschen,
Mich  gastlich  aufnahm  in  sein  Fürstenhaus,
Und  zu  der  Waffen  edlem  Dienst  erzog.