Full text : Rosenheimer Anzeiger. 60. Jahrngang (60)

 

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hegen  die  Gebühr  von  5  Pfg.  für  jede  Berbinoungq
  sprechen;  wollen  sie  von  dieser  Befugnis
Gebrauch  machen,  so  baben  sie  als  Zuschlag
zur  Bauschgebühr  jahrlich  den  Betrag  zu  entrichten,
  um  den  die  höchste  der  in  Betracht  kommenden
  Grundgebühren  den  Betrag  von  60
Mark  übersteigt.  Diese  Bestimmung  lomnt  zunäün
  sreziell  im  Aerkehr  zwischen  München  und
Jemaning  in  Betracht.  Es  können  die  Teülnehmer
  des  Ortsnetzes  Jemaning  gegen  eine  Ge-Führ
  von  5  Pfg.  mit  München  sprechen,  wenn
sie  statt  der  Jahresgebühr  von  80  Mk.  eine
salche  von  110  Mk.  berahlen.  Bei  Beia#lung  der
erhöhten  Bauschgebühr  von  150  Mk.  ist  selbst.
ve#r#ändlich  nach  wie  vor  der  Verkehr  des  betr.
Teilnchmers  des  Ortsenetze:  Jamaning  mit  München
  gebührenfrei.  Werden  die  erhöhten  Gebübren
  nicht  bezallit,  so  bleibt  die  bsherige  Tare
ron  10  Pfg.  pro  Gespräch.

Bieher  waren  für  Nebenanschlüsse,  welche  mehr
die  100  Meter  nach  der  Luftlinie  gemessen  von
der  Hauptstelle  entsernt  liegen,  für  die  100  Meter
bberschreitende  Leitungsstrecke  jährlich  3  Mark
für  fede  weitere  volle  oder  angefangene  100.

Meter  Doppelleitun=  zu  entrichten;  künftig  wird
diese  Gebuhr  von  Mi.  auf  6  Mk.  pro  Jahr
erhölt

Von  besonderer  Wichtigkeit  in  noch  die  Bestimmung,
  daß  für  die  lelephonische  Ausgabe
von  Telegrammen  nunmelr  eine  Gebühr  erheben
  wird,  und  zwar  von  1  Pfg.  das  Wori,
mindestens  10  Pfg.  jür  jede  Nachricht:  bisbe:
Har  die  belephonnnhe  Aufgeabe  ren  Telegrammen
  Febübrenfrei.  Die  telephonisaäte  Zufteilung
von  Teledrammen  an  die  Teilnehmer  bieibt
wie  bisher  gebührenfrei.  Dagegen  wird,  wenn
die  Zustellung  der  Niederschrift  eines  Tele-Lramms
  mit  der  Post  verlangt  wird,  ohne  Rülsicht
  uf  die  Wortzahl  des  Telegrammz  künflie
  eine  Gebühr  von  10  Pfg.  berechuet,  bisher
beichah  dies  gebührenfrei.  Für  die  Ausgate  don
Telegrammen  mittels  Ferndruckern  is  künftig
eine  Gebülrr  von  15  Pfg.  für  das  Wort,  mindesiens
  aber  5  Pfg.  zu  bezahlen.

Lotalnachrichten.
Rosenbeim,  3.  Juni.

Eisenbabuverwaltung.  Versetzt  wird
in  etatsmäßiger  Weise  der  Eisenbahnsekretär
Gcorg  Pschorn  von  Landstuhl  nach  Vruimühl
auf  Ansuchen.  In  den  dauermen  Nubest  and
wird  ab  1.  Juni  der  Wagenwärkergehilse  Michael
  Weiß  in  NRosenheim  versetzi  unter  Anerkennung
  seiner  D  ienstleiflung.  Verseät  werden
duf  ihr  Amstchcn  in  ciatsmäßiger  Weise  der
Stotionsmeister  Ludwig  Grin#inger  von  Seeslhaupt
  nach  un  (Oberb.),  der  Stationsaufseber
  Michael  Stiegler  von  Gricen  (Oberb.)
125)  Landl  (Oberrb.),  ferner  der  Vorarbeiler  im
VBahnunterhaitungsdienst  Franz  Müolracher  von
Bm.  1  München-Ost.  nach  Vm.  Teisenoorf,  die
Stationsdiener  im  Iirerbahuriens  Johann
Geisdörfer  von  Marquartitein  nach  Windoheim,
Martin  Sedlmanr  von  Trostbers  nach  Marquartstein
  und  Josef  Ammer  von  Burghausen
nach  *  uheim.  Verufen  wird  der  NRechnungsführer
  Friedrich  Brau  von  der  Bauleitun?  für
das  Saalachkraftwerl  in  Reichenball  Kirchberg
zur  Betriebswerkstätie  Lichiensels.

VBom  Gewerbeverein:  In  der  letzten
Pienarrersammlung  lonn:e  Hert  Hosschlossermeiier
  Wolf,  der  die  Akten  des  Vereines  in
Händen  hat,  mitteilen,  daß  er  darin  den  1.  Jahresbericht
  aus  dem  Jahre  1865  rorfand.  Herr
Wolf  übergab  den  ersten  Jahresbericht,  der
bandgeschrieben  war,  dem  1.  Vorsinengen,  Herrn
Prchitelt  Schreitenseger,  und  ersuchte  im  um
Verkesung,  da  er  sehr  interessant:  Fragen  und
Jahlen  aufwein.  Wir  entnehmen  ihm  Nachslexendes:
  Als  erster  Vorsitzender  des  Allgemeinen
  Gewerbevereins  Noienheim  wuroe  an
15.  Jan.  1864  Dr.  Rieder  gewählt,  der  jeroch
das  Ehrenamt  nur  ein  Jahr  inne  hatte.  An
der  Erstarlung  des  Vereines  wurde  vor  allem
auch  durch  Gründung  und  Erwerb  einer  Bibliothel
  zeitgemäßer  Fachliteratur  gearbeilet,  die
nach  der  Statistik  des  1.  Jahresberichtes  einen
annsehnlichen  Umfang  hatte.  Sehr  lobenswert
war  das  Vorgchen  des  Bereincs,  eine  eigene
  Zeichenschule  zu  unterhalten,  die  von  den  Sötznen
  und  Lehrlingen  der  Mitglieder  eifrig  beschickt
  wurde.  Die  Schule  war  in  Lincearziichnen
und  geometrisches  Zeichnen  gegliedert,  zu  dem
man  päter  einen  Kurs  für  Fachzeichnen  anschlor.
  Der  Kassenstand  wies  folgende  Bilanz
ouf:  Einnahmen  219  Guloden,  Ausgaben  186
Gulden,  Akliorest  33  Gulden.  An  ordentlichen
Mitgliedern  zählte  der  Verein  84,  von  denen  63
dem  Cewerbestand  angehörten.  Erwäßnenswert
ist  auch  die  Tatsache,  daß  der  Bericht  davon

 

 

 

    

gierung  um  die  Konzessionkerung  der  Bahn  Nosenbeim-Mühldorf
  gebeken  hat.  Endlich  spricht
sich  der  Bericht  für  die  Einführung  der  Gewerbefreiheit

  in  beschränktem  Maße  aus.  Gegen  eine
allgemeine  Gewerbefreiheit  hatte  man  damals
Bedenken,  weil  man  die  Auflösung  des  Vercines
besürchtete.  Unter  Dankesworten  an  den  damal
  ligen  Bezirksamtmann  Christoph  und  an  den

Bürgermeister  und  1.  Vorsitzenden  Dr.  Nieder
schiießt  der  Bericht.  Herr  Hosscklossermeister
Welf  gab  im  Anschluß  daran  bekannt,  daß
Hr.  Möbelfabrilant  Niggauer  noch  zu  den  Gründungemitgliedern
  des  Vereines  vor  50  Jahren
Lählte,  ebenfalls  Herr  Glaserme##lrr  Josef
Giell,  der  längere  Jeit  Vorstand  des  Vedci
mar.  Auch  erinnerten  sich  die  Herren  Wolf  und
Riggauer  noch  ganz  gut,  daß  sie  in  ihrer  Jugendzeit
  die  Zeichenschule  des  Vereines  unter  der
Leitung  des  Zeichenlehrers  Jäckle  besucht  haben.
  Der  Kurs  wurde  im  Mailkeller  abgehalten.
  Gewiß  bietet  der  Bericht  des  Interessanten
  gar  vieles  besonders  im  Hinblick  auf  das
benrige  Jubeljahr  des  Vereines.

Todesfall.  Heute  früh  verkündete  die
Sterbeglocke  das  Ableben  der  Schuhmachermei  isrersgattin
  Frau  Franziska  Bergmaier.  Eine
große  Kinderzahl  steht  an  der  Bahre  ter  im
58.  Lebensfahre  verschiedenen  Frau,  der  in
ihrem  Leben  mancherlei  harte  Prüfungen  auferlegt
  waren.

Besitzwechsel.  Durch  Kauf  ist  gestern  in
kiesiger  Stadt  die  Weberei  des  Herrn  Sebastian
Kader,  Kaiserstraße  Nr.  24,  nebst  vollstandirem
  Inventar  in  den  Besitz  des  Herrn  Ludwig
Weinberger,  Webermeister  und  Kaufmann,
Münchencrfwaße  8  (Gill!-  herbau),  übergegongen.
Sie  in  somit  wieder  in  besten  Hän  Wegen
hohen  Alters  begibt  sich  Herr  Kaiser  zit  seiner
ebenfalls  hochbetagten  Frau  in  den  wohlverdientin
  Ruhbestand,  nachdem  er  sein  Geschäft  44
Jahre  mit  großem  Fleiße  betrieben  halte.  Wir
wünschen  den  Beiden,  daß  sie  sich  noch  viele
Jahre  der  besten  Gesundheit  und  Rüstigkeit
erfreuen  mögen.

Der  Pfingstverkehr.  Der  ahnverkehr
über  die  Pfingstfeiertage  weist  erheblich  höhere
Zahlen  auf  wie  zu  Pfingsten  vorigen  Jahres.
Am  Pfingstsamstag,  Pfingstsonntag  und
Pfingsimontag  1914  wurden  in  Nosenheim
6999,  in  Kufstein  6247,  in  Bad  Aibling  3186
und  in  Prien  4988  Jabrtorten  verkauft.  Gegenüber
  dem  Jahre  1913  sind  das  in  Roienheim
  1872,  in  Kufstein  777,  in  Bad  Aibling
5  und  in  Prien  1186  Fahrkarten  mehr.  Insgesamt
  sind  also  auf  den  vier  Bahnstationen
heuer  3840  Fahrkarten  mehr  verkauft  worden
wie  zu  Pfingsten  vorigen  Jahres.

Die  Schweinezählung,  welche  am  2.
Juni  stattfand,  ergab  für  den  Stadttbezirk  gegenüber
  der  Zählung  am  gleichen  Tage  des
Vorjahres  eine  geringe  Abnahme.  Wuroen
1913  bier  insgesamt  215  Schweine  gezählt,  so
konnten  setzt  nur  195  Stück  ermittelt  werden.
Gegzählt  wurden  jetzt  147  Schweine  unter  einem
halben  Jahre,  1  Zuchteber,  24  Zuchtsauen  und
14  andere  Schweine  im  Alter  von  ½  bis  1
Jahr,  ferner  7  Zuchtsauen  und  2  sonstige
Schweine,  die  älter  sind  wie  ein  Jahr.  Vor
einem  Jahre  wurden  131  Schweine  unter
einem  halben  Jahre,  2  Zuchteber,  10  Zuchtsauen
  und  63  sonstige  Schweine  von  ½  bis  1
Jahr  und  1  Zuchteber  und  8  Zuchtsauen,  die
älter  waren  wie  ein  Jahr,  ermittelt.

Fortgesetzt  vom  Glücke  begünstig!t
ist  die  Loiterie-Einnahme  Rosenheim.  Am  gestrigen
  Dienslag  ist  abermals  ein  Gewinn  von
3000  Mk.  in  die  hicsige  Kollekte  gefallen.  Glücklicher
  Gewinner  ist  der  Inhaber  des  Loses
Nr.  197  346.  Weiter  fiel  gestern  ein  Gewinn
ron  500  Mk.  duf  Nr.  197  311  ebenfalls  nach
Rosenheim.  Morgen  Donnerstag  ist  Schiub
der  Ziehung.  An  diesem  Tage  wird  auch  die
Prämie  von  300  000  Mk.  gezogen  werden.

Preußisch-Süddeutsche  Klassenlotterie.
  In  der  5.  Klasse  der  4.  Lotterie
waren  die  baycrischen  Spieler  ganz  außerordentlich
  tom  Glück  begünstigt.  Außer  einer  Anzahl
miltlerer  und  kleinerer  Gewinne  fielen  die
beiden  Haupttreffer  von  je  Mk.  500  000  (davon
einer  nach  Nosenheim)  und  die  beiden  zweiten
Daupttreffer  mit  ie  Mk.  200  000  nach  Bayern.
Durch  diese  vier  Gewinne  allein  sind  also  Mark
1  400  000  nach  Bayern  gefallen.  Am  4.  Junie
endet  die  Ziehung  der  5.  Klasse,  an  welchem
Tage  bekanntlich  die  zwei  Prämien  mit  je  Mark
360  000  gezogen  werden.  Nach  dem  4.  Juni
wiro“  mit  dem  Verkauf  und  der  Erneuerung  der
Lose  zur  1.  Klasse,  5.  Lotterie,  begonnen.  Den
bisherigen  Spielern  werden  ihr:  alten  Lose
15  Tage  nach  Beendigung  der  *  Klasse,  also

rem  5.  bis  19.  Juni,  abends  6  Uhr,  aufbewahrt.
  Die  ziehung  der  1.  Klasse,  5.  Lotterie,
erfolgt  am  10.  und  11.  Juli.

 

  

spricht,  der  Verein  hege  die  Absicht,  eine  rige- 



 

 

Pfingstmontag  den  10.  Juni  1683  ist  dre  neue
Brücke  feierlich  eröffnet  und  dem  Verkehr  übergeben
  worden.  Zwei  Tage  später  verkor  die
(Gemeinde  ein  angesehenes  Milglied,  das  sich
sehr  um  die  neue  Brücke  verdient  gemacht
hatte,  durch  den  Es  war  der  Kaufmann
  Josef  Kammerer,  der  im  43.  Lebensjahre
  am  12.  Juni  1889  einem  Herzschlage
erlegen  ist.

Die  Damofschiffahrt  auf  dem
Chiemsee.  Am  29.  Mai  waren  es  35  Jahre,
daß  die  Dampfschissahrt  auf  dem  Chiemsee  eröffnet
  wurde.  Durch  diese  Verkehrseinrichtung
wurden  gar  vielen  Naturfreunden  die  siillen
Schönheiten  des  Bayerischen  Meeres  nähergebracht,
  so  daß  mancher  alle  Jahre  mit
Freuden  wiederlehrt,  um  die  Natur  in  ihrer  allmächtigen
  Grohartigkeit  an  diesem  lauschigen
Flecklein  zu  genießen.  Auch  unserer  Stadt  hat
die  Einführung  der  Dampfschiffahrt  auf  dem
Chiemsee  manchen  Nutzen  gebracht,  indem  sich
der  Fremdenstrom  auch  in  Rosenheim  fühlbar
gemacht  hat.

Aus  vergangenen  Tagen.  Vor  25
Jahren,  am  31.  Mai  1889,  wurde  in  Benharling
  die  vom  früheren  Kurarzt  in  Wörishofen
gegründete  neue  Wasserkuranstalt  feierlich  erôöffnet.
  Damals  waren  74  Kurgäste  gemeloct,
darunter  15  höhere  Offiziere  aus  Norddeutschland,
  3  aus  der  Schweiz,  2  aus  Oesterreich.
Für  1.  Juli  war  ein  Rothschild  aus  Wien  gemeldet.
  Ein  damaliger  Bericht  sagte:  „Es  wiro
ein  prachtolles  Gebäude  aufgeführt  werden,
da  Beyharting  nach  Pfarrer  Kneipys  Wilie  der
einzige  Ort  in  Bayern  sein  soll,  in  welchem  seine
Methode  rein  und  unverfälscht  durchgeführt
wird.“  Heute  weiß  indessen  Benharting  hiervon
  nicht  mehr  viel  zu  erzählen.

Einen  Experimentalabend  kündigt

eine  Miß  Manuela  für  morgen  Donnerstag  in

dem  Hotel  „Deutscher  Kaiser“  an.  Das  Programm
  will  moderne  Wunder,  indische  Magie,
S#iritistische  Demonstrationen  und  die  Macht  der
Suggeslion  vorführen.

Konzert.  Die  Bürgermusik  nad  Bundes-Upelle
  Wörgl  konzertierte  an  den  beiden
Vesingstfeiertagen  im  Restaurant  Marienbad.
Wie  der  Einzug  der  Kapelle  in  die  Stadt  schneidig
  mwar  und  viele  Passanten  mitgezogen  hat,
ebenso  schneidig  und.  wohlklingeno  waren  die
musikalischen  Darbietungen  in  dem  Bierzelte  des
Marienbades.  Die  Kapelle  spielt  nur  gut  und,
was  weiter  noch  hervorzuheben  ist  und  ollgemein
gelobt  wurde,  insbesondere  auch  sehr  fleißig.
Sie  lann  daher  allgemein  nur  empfohlen  werden.

Von  der  Straße.  Eine  Schuhmachers
frau  von  Schloßberg  wurde  am  3.  ds.  Mts.
riorgens  212  Uhr  wegen  Trunkenkbeit  2  Arrest
verwahrt.  Ein  Gelegenheitsarbeiler  von  Hausen

  in  der  Schweiz  wurde  wegen  eines  in  München
  verũbten  Fahrraddiebstahles  festgenommen.

Klrchliche  Nachrichlen.

Kardinal  Bettinger.  Anläßlich  des
Empfanges  Sr.  Eminenz  des  Kardinal-Erztischofes
  Dr.  von  Bettinger  hat  das  Ordinariat
angeordnet,  daß  am  Sonntag  den  7.  Juni  in
sämtlichen  Pfarrkirchen  der  Erzdiözese  bei  der
Prerigt  der  Bedeutung  des  Tages  zu  gedenken
und  zum  Gebete  für  den  Kardinal  zu  mahnen
sei.  Nach  dem  Pfarrgottesdienst  ist  ein  feierliches
  Tedeum  abmhalten.

Rnstk  und  Wener.

„D'  Wirtszenzl  von  Aschau“.  Dieses
lrekannte,  lräftige  Zugstück,  ein  Meistermerk  des
lelsebten  Rosenheimer  Autors  Bach,  erzielle  an
Leiden  Pfingstfeiertagen  in  Rimsting,  Gasthof
zur  „Ludwigshöhe“,  vor  einem  äußerst  zahlreichen
  Publikum  einen  Riesenerfolg.  Und  das
ist  selbstverständlich.  Bach  ist  eben  ein  Volksautor,
  der  versteht  und  verstanden  wird.  Davon
lonnte  man  lich  überzeugen.  Die  Sitnationen,
Fesonders  in  lomischer  Hinsicht,  wirken  hinreißend,
  gewaltig,  und  wurden  von  rfonen  verkörpert,
  die  zu  bebannt  sind,  um  ihre  Ramen  noch
eigens  anzugeben.  Ich  möchte  nur  auf  die
Rollen  des  „Hicsek-n,  des  famosen  Wirtes,
seiner  Schwester  und  der  „Urschl“  hinweisen.
Inhaltreich  sind  ferner  die  Rollen  des  „Stürzer“,
  das  schleichende  Uebel  schlechter  Taten
solglich  falscher  Anschuldigungen,  „Zenzl“,  die
hũbsche  Wirtstochter,  der  Gegenstand  der  Efeersochtsszenen,
  „Bertl“,  der  stramme  Anturbursche
und  Wilderer,  als  Lebensretter  der  Zenzl.  Diese
Versonen  geben,  neben  der  „Broatnerstasi“,  das

Bild  tütiger  Vermittlung  und  schöner  Emsachheit,
  dem  Stück  das  Sinngevrage.  Die  lieblichen
  F#nnerinnen  und  die  Vertreter  der  Ueineren
  Rollen  waren  mit  ihrem  harmonischen  Zu- 



 

 

 

ter  „Aschauer  Hiasl“.  In  solchen  Rollen  bleibt
lein  Können  unerreicht,  bder  Applaus  bei  offener
Szene  ist  das  Siegel  dieser  Wahrbeit.  TLer
Autor  war  anwesend  und  wurde  lebhaft  gefeiert.
Ihm  zollten  die  Nimstinger  mit  Recht  die  Anerkennung,
  denn  durch  seine  Stücke,  die  echt,  natürlich
  und  kerngesund  sind,  kommt  die  Volkspoesie
  ins  Blut.  Seine  Werke  stehen  zu  den
Volksgestalten  im  vertrauten,  schönen  Buno.
Herr  Bach  sprach  sich  über  die  Aufsührneg  jehr
befriedigt  aus  und  betonte,  daß  das  Bild,  dis
er  lich  in  seinem  Stück  gedacht,  nicht  bloß  durch
die  Ceistung  erreicht,  sondern  sogar  übertroffen
wurde.  Die  Rimstinger  können  also  mit  stol,
zer  Genugtuung  auf  diese  Abende  zurükblicken
deren  Erfolge  die  Kasse  gefüllt  und  das  Komen
der  schlichten  Dorfbewohner  in  ein  so  oy#rteilhaftes
  [Licht  gerückt  haben.

Ans  Jndustrie  und  Gewerbe.

Der  Verband  bayer.  Gewerbevereine
  Lält  am  27.,  28.  und  29.  Juni  1914  z
Nördlingen  seine  39.  Hauptverlammlung  ab.
Tagesordnung:  Tätigkeits-,  Rechnungs=  und  Nerisionsbericht,
  Mahl  der  Vorstandschaft  und
des  Landesausschusses,  Satzungeänderungen,
Debatte  über  das  öffentliche  Vergebungswesen,
über  das  Erholungeheim  für  selbständige  Hand.
werker  und  Gewerbetreibende  uso.  Sonntag
der  28.  Juni  bringt  Referate  über  „Reform  der
Rerischnen  zugunsten  von  Handmerk  und  Gewerbe“.
  K.  Reallehrer  Nobert  Kirchmair,  Kemp.
ten.)  vrSinduraliehreolbben.  (Hafnermeister
und  Magistratsrat  Adolf  Ecker,  München.)  Errichtung
  von  Anstalten  zur  Erleichterung  der
Hypotbekenbeschaffung,  Aenderung  einschlägigr
reichsgesetzlicher  Bestimmungen  zugunsten  des  bedrängten
  Hausbesitzes  .  eine  wichtige  Frage
auch  für  gewerblichen  Miltelstand.  (Nechts.
anwal!  Wilhelm  Hundrisser,  Syndikus  des
Grund=  und  Hausbesiczervereins  Nücnberg.)
Zweck  und  Wirksamkeit  der  amtlichen  Maschienrermittlung-steller
  (Bachmeier,  Oberbuchhalter
  an  der  Bayer.  Landesgewerbeanstalt.)
Anmeldungen  wollen  bis  15.  Juni  an  die  Vorstandschaft
  des  Gewerbevereins  Nördlingen  be.

läligt  werden.
Bücherschan.

Das  Handbuch  des  Deutschen  Touring-Club
  für  1914.  Wie  jedes  Jahr,  überreicht
  auch  heuer  der  Deutsche  Touring-Club,
Zentralgeschäftsstelle  München,  Prannerstraße#,
seinen  Mitgliedern  zu  Beginn  der  Reisezeit  sein
Handbuch.  Nach  dem  allgemein  Wissenswerten
über  die  Ziele,  die  Einrichtungen  un  in=  und
ausländischen  Verbindungen  des  Clubs  wendet
sich  das  Buch  an  die  einzelnen  Abteilungen.
Automobilisten  und  Radfahrer  werden  belehtt,
wie  sie  den  Schlingen  der  Zollgesetze  und  Wegverbote
  im  In=  und  Ausland  entrinnen  können
  und  wie  ihnen  vom  Verein  dabei  gebo#fen“
wird;  wie  die  Automobilisten  günstige  Versicherungen
  abschließen  können  und  welche  Vorteile
  der  Radfahrer  aus  der  Versicherung  ablei.
ten  kann,  zu  der  ihn  kostenkos  die  Vereinszuge.
hörigkeit  berechtigt.  Die  Abteilung  für  Win
ter'port  besitzt  Rodelbahnen  in  Mittel=  und  Süc.
vreutschland  und  berichtet  über  ihre  marlierten
Skironten,  ihre  zahlreichen  Skikurse,  über  ihre
Stihütte  und  ihre  Tourenordnung.  Der  Luft
sahrt-Verein  Touring-Club  veröffentlicht  seinen
Jahresbericht.  Wassersport  wird  mit  Segelbo#!
und  Faltboot  getrieben.  Die  Abteilung  für  Fluß
wandern  gibt  Kunde  von  ihren  Fahrten  un
Ersolgen  und  erteilt  Ratschläge  beim  BVools

lauf.
Karklberichte.

München.  29.  Mai.  Der  Schlachtviehmarkt
  war  mit  sämtlichen  Schlachtviehgattun,
gen  sehr  gut  bestellt,  im  ganzen  mit  6709  Stück
Die  Qualität  des  eingebrachten  Großoiehes  war
im  allgemeinen  unverändert,  bei  den  Kälbern
war  wie  immer  in  letzter  Zeit  weitaus  die  Mehr,
zahl  zweiter  und  dritter  Qualität,  auf  dem

Schweinemarkt  bildete  mittelschwere  Ware  des
Hauptbestandteil  des  Auftriebes,  Fettschweine,
die  nur  schwer  abgesetzt  werden  konnten,  waren
cenügend  vorhanden.  Auftrieb:  174  Ochsen,
242  Bullen,  455  Kühe  und  189  Rinder.  Von
oiesen  waren  24  Ochsen  aus  Oesterreich  neu  n
Keführt,  alle  übrigen  Tiere  waren  bayeris
Provenienz.  Bei  ruhigem  Geschäftsgange  F"lht
ten  pro  Zentner  Lebendgewicht:  Oesterreicher
Ochsen  45—55  Mx.,  bagerische,  vollfseischg.
ausgemästete,  höchsten  Schlachtwertes  44—50
MI7.,  im  Alter  von  4—7  Tabren  36—  Ml,
mäßia  henahrte  30—35  „,  Bullen,  vollfl.
ausgewachsene  368—43  Mk.,  —-  jüng.

 

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wer  Knorr-Suppenwüirfel  notem

ba,  verwendert  nur  noch  dlese,  well  se  am

besten  schmeken  und  sehr

a8  BSorten,  wle.  Elernudeln,  Goulasch,  Franksurler,  Geflägel.

auspiebig  And.
1  Würsel  3  Teller  10  Plsg.