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gewiß juͤnger ist, gewiß nicht unter vie Karolingische Regierung
gehoͤrt. Endlich selbst die gemachte Auswahl einiger
Stäücke beweist den mainzischen Sprengel als Vaterland
derselben, denn nur einem mainzischen Geistlichen konnten
Briefe des Bonifacius und ein Schreiben der Aebtissin
Cangieh an Bonifacius, sehr leicht in die Hände gerathen.
Und gewiß ist je ein Name anzugeben, auf welchen der
Verdacht am stärksien fällt, so ist's — Diakon Benedikt
selbst. Der erste Verkäufer betrügerischer Waare (und das
war doch Benedikt) ist, wo nicht Berrüger selbst, wenigstens
doch Bundesgenosse des Betrügers, und es scheint recht zur
Denkungsart des Mannes zu gehdren, sich immer nur an
berühmte Namen anzuschließen, um seine Arbeit unter dieser
ihrem Schutze desto leichter anzubringen. Seine Kapitulariensammlung,
deren größter Theil diesen Titel eigenrlich
hochst unrecht führt, ist von dieser Seite betrachtet, gerade
in dem Geiste des Pseudisidorus: sie ist Supplement einer
damals schon berühmten Sammlung, und ein Supplemeut,
so voll zweckwidriger, unächter Stücke, so aus den verschiedensten
Schriften zusammengerafft, als jene Zusätze, welche
er einer gallischen Handschrift des ächten Isidorus gab. Zu
viel oder zu wenig Kenntniß des Lateinischen, als von Benedikt
zu erwarten war, zeigt ssch nirgends, denn seine Kapitulariensammlung
und die dazu geschriebene Vorrede zeigt
doch genug, daß der Mann immerhin einiges Latein verstund,
und da einmal die vorkommenden Barbarismen doch
schon den Franken verrathen, so scheint es in einer an sich
so ungewissen Sache immer noch am wahrscheinlichsten, bei
ihm siehen zu bleiben. Wenn man freilich nur ein wenig
genauere Umstände seines Lebens wüßte, weil sich doch in
diesen Veraulassungen zeigen mäßte, wie er zu einem solchen
Emmwurf von Schelmerei gekommen seyn möchte! Doch es